Bei Südtirols Tierärzten ist die Skepsis groß: Kann Südtirols Hundehaltern tatsächlich bis Jahresende kapillar in den Gemeinden eine DNA-Abnahme angeboten werden? Landesrat Arnold Schuler hatte dies am 17. Oktober, 5 Tage vor den Landtagswahlen angekündigt.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="960826_image" /></div> <BR /><BR />„Das schaffen wir im November und Dezember eher nicht mehr“, meint etwa Dr. Christian Piffer, Leiter des Tierärztlichen Dienstes des Sanitätsbetriebes. Das Ganze sei organisatorisch und personell sehr aufwendig. Wie berichtet, sollten in den Gemeinden Teststationen eingerichtet werden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="960829_image" /></div> <BR />Landesrat Arnold Schuler bleibt aber dabei: „Ich gehe nach wie vor von Massentests aus – wie viele, hängt von der Kapazität ab.“ Ziel sei ein möglichst kostengünstiges Angebot für die Hundehalter. „Wir arbeiten dran, die Zeit drängt“, sagt Schuler. Die Schiene über die privaten Tierärzte habe bisher nicht funktioniert. Bei der Anbringung der Chips bei den Hunden sei es verabsäumt worden, auch die DNA-Proben zu nehmen.<h3> Die Sill ist bereits ausgebucht</h3>Bereits ausgebucht ist die Sill. Dr. Christian Piffer empfiehlt Hundebesitzern nun, „sich an die freiberuflichen Tierärzte zu wenden“, das sei die einzige Möglichkeit, noch rechtzeitig die DNA zu ermitteln. Sollte es tatsächlich noch gelingen, Teststationen aufzubauen, dann werde dies wohl nur eine Möglichkeit für eine geringe Anzahl von Hundehaltern sein, meint Dr. Piffer. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="960832_image" /></div> <BR />Tierärztekammerpräsident Dr. Franz Hintner sieht es ähnlich. Die Amtstierärzte seien bis Weihnachten eingedeckt mit sehr viel Arbeit. Ihre Verfügbarkeit sei somit begrenzt. Je ein Amtstierarzt pro Bezirk könne einen halben Tag pro Woche für eine DNA-Abnahme mittels Blutprobe bereitstellen – mehr nicht: je einen halben Tag für das Burggrafenamt, den Vinschgau, das Pustertal und das Eisacktal.<BR /><BR /> Organisieren müssten das Ganze aber die Gemeinden bzw. der Gemeindenverband. Und der Aufwand dafür sei sehr groß, betont Dr. Hintner. Die Gemeinden müssten dafür Sorge tragen, dass die Organisation, die Einrichtung, das technische Hilfspersonal und die Privacy passen – ebenso die Datenbanken. <h3> Zu wenig Tierärzte</h3>„Wir haben keine personellen Ressourcen zur Verfügung – wir gehen alle auf dem Zahnfleisch“, betont Dr. Hintner. Die Tierärzte hätten mit der Unterbesetzung zu kämpfen – aufgrund von Pensionierungen, und weil es schwierig sei, Tierärzte nachzubesetzen. Für diese „Massentests“ kämen nur insgesamt etwa 15 Amtstierärzte in Südtirol in Frage: Amtstierärzte deshalb, weil es das Ziel sei, die DNA-Abnahme kostengünstig anzubieten. Ein freiberuflich tätiger Tierarzt müsse deutlich mehr Geld verlangen. <BR /><BR />Wie berichtet, muss die Hunde-DNA laut Gesetz bis 31. Dezember erhoben werden, ab 1. Jänner 2024 drohen Hundebesitzern sonst Verwaltungsstrafen von 349,33 Euro. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="960838_image" /></div> <BR /><BR />Laut Dr. Simon Kirchler, Kleintierpraktiker, hat das Landesveterinäramt mitgeteilt, dass bei der Ermittlung der Hunde-DNA Blutproben zu bevorzugen seien. Die Tupfer-Methode, bei der versucht wird, das DNA von der Schleimhaut im Maul zu gewinnen, sei nicht immer erfolgreich. Laut Dr. Kirchler ist es nicht einfach, bei Hunden Blutproben zu entnehmen. Ein Amtstierarzt brauche dazu ein Ambulatorium, Hilfe beim Festhalten des Hundes – und es brauche Ausrüstung.<h3> Keine ausreichenden Testmöglichkeiten</h3>Dr. Kirchler weist weiters darauf hin, dass die Kleintierpraktiker nie direkt an der Ausarbeitung der Bestimmung involviert waren. Sie hätten damit keine Möglichkeit gehabt, ihre Bedenken dem Gesetzgeber gegenüber zu äußern. <BR /><BR />Das Land habe den Tierbesitzern keine ausreichenden Testmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Kleintierpraktiker müssten einen höheren Preis veranschlagen als Tierärzte im Landesdienst, weil die Kosten für Zeitaufwand, Mitarbeiter, Miete, Steuern und Transport der Proben ins Labor zu Lasten der Freiberufler gehen, so Dr. Kirchler. <BR /><BR />