Dienstag, 07. April 2020

Mundschutz nun Pflicht – Kontrollen und Strafen

Seit Dienstag, 7. April, herrscht in Südtirol Mundschutz-Pflicht. Landeshauptmann Arno Kompatscher kündigte Kontrollen und Strafen bei Übertretungen an.

Seit Dienstag Pflicht in Südtirol: Das Bedecken von Mund und Nase bei den erlaubten Tätigkeiten oder Bewegungen.
Badge Local
Seit Dienstag Pflicht in Südtirol: Das Bedecken von Mund und Nase bei den erlaubten Tätigkeiten oder Bewegungen. - Foto: © LPA/Ivo Corrà
Zum Mundschutz, zum Detailhandel, zur Freiwilligenarbeit im Gesundheitsbereich, zu virtuellen Sitzungen von Gemeinderat und Bezirksgemeinschaft sowie zu verschärften Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus seitens der Gemeinden: Vorgaben zu all diesen Bereichen gibt es in der neuen Dringlichkeitsmaßnahme Nr. 18 vom 6. April , die Landeshauptmann Arno Kompatscher am Montagabend unterzeichnet hat.

Wer außer Haus ist, muss Nase und Mund bedecken

Aus einer Empfehlung wurde nun Pflicht. „Ab Dienstag, 7. April, ist das Bedecken von Mund und Nase bei erlaubten Tätigkeiten oder Bewegungen außerhalb der eigenen Wohnung und beim Kontakt mit anderen Personen Pflicht“, betont Landeshauptmann Kompatscher.



„Die Regel gilt für alle Menschen in Südtirol ab dem Grundschulalter. Für jüngere Kinder wird der Mundschutz empfohlen“, so Kompatscher. Mundschutz sei immer dann Pflicht, wenn man andere Menschen treffe, also auch in Innenräumen z.B. beim Einkaufen oder beim Arbeiten.

Der Landeshauptmann fügt hinzu, dass diese Pflicht auch kontrolliert und bei Übertretung mit bestraft wird. Die Geldstrafen bei Nichtbeachtung sind jene, die für alle anderen Covid-19-Übertretungen vorgesehen sind.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen



Zum Bedecken von Mund und Nase kann ein Schal, ein Schlauchtuch, ein Halstuch, eine Schutzmaske oder auch eine selbst genähte Maske verwendet werden. Alle anderen Vorgaben zur Bewegung im Freien bleiben weiter aufrecht, z.B. dass man allein hinausgehen, Abstand zu anderen Menschen halten und häufig die Hände waschen sollte.

Mundschutz ist Voraussetzung für weniger Einschränkungen

Der Mundschutz ist laut Kompatscher eine wichtige Voraussetzung dafür, schrittweise wieder zur Normalität zurückzukehren. „Wir haben es in der Hand, ob wir weitere Monate zu Hause bleiben oder den Mundschutz tragen und in Kürze in eine weitere Phase mit weniger Einschränkungen eintreten können“, unterstreicht der Landeshauptmann.

Das Risiko einer Ansteckung und Weiterverbreitung durch die Tröpfcheninfektion mit dem neuartigen Coronavirus werde durch das Bedecken von Mund und Nase gesenkt, erklärt Kompatscher und verweist auf zahlreiche Experten und renommierte Einrichtungen im Bereich, die sich klar für das Tragen eines Mundschutzes aussprechen. Auch in anderen Ländern, z.B. in Österreich oder auch anderen Regionen in Italien z.B. in der Toskana und in der Lombardei sei das Tragen des Mundschutzes Pflicht, so der Landeshauptmann.

Gemeinden können die Schutzmaßnahmen verschärfen

In der Dringlichkeitsmaßnahme des Landeshauptmanns wird den Bürgermeistern mit Nachdruck empfohlen, zu überprüfen, ob in ihrer Gemeinde zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus notwendig sind. Solche Zusatzmaßnahmen sollen die Bürgermeister ergreifen, falls in ihrer Gemeinde die Zahl der Ansteckungen stark steigt, die Bevölkerungsdichte besonders hoch ist oder die Bürger sich nicht an die aktuellen Vorgaben halten.

Aber die Maßnahmen dürfen nicht im Widerspruch zu Maßnahmen in den Dringlichkeitsmaßnahmen des Landeshauptmanns stehen, die die erlaubte körperliche Aktivität und die persönliche Schutzausrüstung betreffen. Außerdem müssen die Gemeinden ihre zusätzlichen Maßnahmen dem Landeshauptmann und dem Regierungskommissar mitteilen.

Detailhandelsbetriebe dürfen Schreibwaren verkaufen

Eine Neuerung betrifft die Betreiber von Detailhandel, die Lebensmittel und Grundbedarfsgüter verkaufen und auch in Zeiten des Coronavirus offenhalten dürfen.

Sie können nun auch Schreibwaren und andere Artikel des täglichen Gebrauchs verkaufen. Allerdings darf der Verkauf dieser Gegenstände gegenüber dem Verkauf der Lebensmittel und Grundbedarfsgüter nur geringfügig sein.

Berufsschüler dürfen in der Gesundheitsfürsorge helfen

Nun gibt es eine weitere Vereinfachung für Freiwillige, die auch volljährige Schüler miteinschließt, die das Abschlussjahr einer Berufsschule für soziale Berufe besuchen.

Diese Schüler können auf freiwilliger Basis in Seniorenwohnheimen oder anderen Einrichtungen der sozialen Gesundheitsfürsorge mitarbeiten. Bei der abschließenden Bewertung wird ihnen die Zeit der Tätigkeit als Bildungsguthaben berücksichtigt.

Gemeinderäte und Bezirksgemeinschaften: Details zur Videokonferenz

Auch wenn sie keine entsprechenden Verordnungen haben oder in Abweichung anderer Bestimmungen können die Kollegialorgane, also Gemeinderäte oder Bezirksgemeinschaften, ihre Sitzungen per Videokonferenz oder ähnliche Methoden organisieren. Die Dringlichkeitsmaßnahme Nr. 18 enthält dazu weitere Details.

Bei den virtuellen Sitzungen muss darauf geachtet werden, die Teilnehmer zu identifizieren. Einberufen werden müssen solche Sitzungen mindestens 24 Stunden vor Beginn.

Alle Artikel sowie die Übersichtskarten der Lage in Südtirol, in Italien und weltweit mit allen aktuellen Zahlen in Sachen Coronavirus finden Sie hier.

stol/lpa

Schlagwörter: