„Die Pandemie war für alle eine große Herausforderung, Kinder und Jugendliche sind dabei wie immer ein Spiegelbild der Gesellschaft. Wir wollen jetzt unsere Aufmerksamkeit auf die Kinder und Jugendlichen und auf ihre Stärken richten“, betonte der Landesrat bei einer Pressekonferenz im Innenhof des Palais Widmann in Bozen.<BR /><BR /><b>Mobile Jugendarbeit wird zusätzlich finanziert</b><BR /><BR /> In diesem Jahr werde deshalb in die Jugendarbeit weiter beziehungsweise zusätzlich investiert. Dabei sollen durch die Finanzierung bestehende Initiativen und Projekte erhalten werden, eine Verstärkung der Schulsozialarbeit durch neue Stellen für Schulsozialpädagogen geschehen und durch zusätzliche Geldmittel für die mobile Jugendarbeit gefördert werden. <BR /><BR />Mit einer Zusatzfinanzierung von 500.000 Euro können nun weitere Projekte unterstützt werden, es geht aber auch darum strukturell tätig zu sein, vor allem im Bereich der mobilen Jugendarbeit, führte Landesrat Achammer aus. <BR /><BR /><b>Verstärkung im Schulbereich</b><BR /><BR />Im Bereich der Schule fallen Lehrpersonen und Schulsozialpädagogen in den Zentren für Information und Beratung (ZIB) die Rolle der Ansprechstelle zu. In allen deutschsprachigen Oberschulen des Landes, sowie in 27 der 48 deutschsprachigen Mittelschulen, sind bereits ZIB Stellen eingerichtet, in denen geschultes Lehrpersonal den Schülern für Beratung in allen Lebenslagen zur Verfügung steht. <BR /><BR />Im kommenden Schuljahr 2022/23 sollen an weiteren 22 Schulen Schulsozialpädagogen zusätzliche Unterstützung bieten. Auch in den Schulen der Berufsbildung werden mit 25 Stellen für Schulsozialarbeit Initiativen und Angebote zur Prävention von Schul- oder Ausbildungsabbruch weiter ausgebaut.<BR /><BR />Die Landesschuldirektorin nannte als Beispiel für ein gut funktionierendes Modell den Burger Hof in Prags. Im Burger Hof werden Schul-, Individual- und Gruppenprojekte umgesetzt und Jugendliche können sich zudem um ein Praktikum am Burger Hof bewerben, „um dadurch zu ihrer eigenen Stärke zurückfinden zu können“, führte Falkensteiner aus. <BR /><BR /><b>Unterstützung für Jugendarbeit vor Ort und mobil</b><BR /><BR />Zahlen zur Jugendarbeit in Südtirol stellte die geschäftsführende Direktorin des Amtes für Jugendarbeit Helga Baumgartner vor. In 52 Jugendzentren sind 356 hauptberufliche Mitarbeitende, etwa 10.000 ehrenamtliche Tätige, sowie 185 Jugendgruppen in ganz Südtirol für die Jugendlichen aktiv. Dazu kommen rund 1000 ehrenamtlich geleitete Jugendgruppen der Jugendorganisationen, die vor Ort eine wichtige Arbeit leisten. <BR /><BR />„Die Jugendlichen haben sich in der Pandemie vielfach zurückgezogen, teilweise in den privaten Raum, teilweise in einen öffentlichen. Es ist nun wichtig, die aufsuchende und mobile Jugendarbeit zu stärken, um Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen, um dadurch auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen zu können“, hob Helga Baumgartner hervor. <BR /><BR />Die Amtsdirektorin stellte dabei exemplarisch einige Projekte vor, die Jugendliche in ihrem Tun und Sein bestärken. So stellt das Projekt „Work Up“, angeboten vom Jugenddienst Meran, ein Arbeitstraining für junge Menschen, die in einer Werkstätte selbst herstellen und anschließend im eigenen „Social Shop“ verkaufen. Begleitet werden sie von pädagogisch ausgebildeten Mitarbeitenden. Das Projekt „Music Incubator“ des Meraner Jugendtreffs Jungle ermöglicht jungen Musikinteressierte n ihrer Leidenschaft nachzugehen.<BR /><BR /><b>Die Jugend wertschätzen</b><BR /><BR /> Bei dem Projekt „ExPEERience“ des Bozner Jugendzentrums Papperlapapp gehe es darum, Jugendliche in ihrer eigenen Persönlichkeit wahrzunehmen. Dabei geben ältere Jugendliche als sogenannte „Peers“ ihre Erfahrungen an Kinder und jüngere Jugendliche weiter. „Afzack“ ist ein Angebot vom Forum Prävention und begleitet seit 2012 Jugendliche in ganz Südtirol mit unterschiedlichen Projekten. Dabei können Jugendliche ihre eigenen Initiativen einreichen und werden in der Selbstorganisation dieser Aktivitäten professionell unterstützt. <BR /><BR />Alle genannten Maßnahmen hätten das Ziel, die Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen: „Es geht nun in der Jugendarbeit darum, aufmerksam hinzuschauen, die Kinder und Jugendlichen Wert zu schätzen und sie in ihrem Dasein zu stärken,“ unterstrich der Landesrat abschließend.<BR />