Mit dem <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/wohnbau-aenderungen-am-gesetz-bringen-erleichterungen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">kürzlich verabschiedeten Wohnbaugesetz</a> wurde der Weg für neue Wohnmodelle geebnet, die es in Österreich und Deutschland bereits gibt. Magdalena Amhof hat zusammen mit der Landtagsabgeordneten Paula Bacher zu einer Aussprache dazu geladen: Mit dabei waren die Abgeordnete zum römischen Parlament, Renate Gebhard, der Referatsleiter der Arche im KVW, Leonhard Resch, und der stellvertretende Vorsitzende des Südtiroler Wohnbauinstitutes, Heiner Schweigkofler. <a href="https://www.stol.it/artikel/politik/gemeinnuetziger-wohnbau-amhof-auch-mietkauf-andenken" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">STOL hat berichtet.</a><BR /><BR /><b>STOL: Was ist neu an der Idee?</b><BR />Magdalena Amhof: Gemeinnützige Organisationen und Stiftungen ohne Gewinnabsicht bauen beim gemeinnützigen Wohnbau Kondominien und vermieten die Wohnungen zu einem günstigen Preis. Den Großteil der Baukosten tragen die Organisationen als Bauträger; das Land schießt einen Beitrag zu. 40 Jahre lang haben die Organisationen anschließend das Oberflächenrecht und können die Gebäude selbst verwalten. Auf dem Markt würde das Wohnbauinstitut damit um einen weiteren Player ergänzt. Das Mietangebot richtet sich an jeden, der die Voraussetzungen erfüllt – im Wesentlichen wären dies die Kriterien des geförderten Wohnbaus. Damit wäre dies ein echter Mehrwert für den Mittelstand.<BR /><BR /><i>Bevor Sie weiterlesen, stimmen Sie ab!</i><BR /><BR /> <div class="embed-box"><div data-pinpoll-id="226224" data-mode="poll"></div></div> <BR /><BR /><b>STOL: Was passiert nach den 40 Jahren?</b><BR />Amhof: Das ist unterschiedlich, je nachdem, wie es vertraglich geregelt ist. Die Gebäude könnten saniert und weitervermietet werden oder ins Eigentum der Gemeinden übergehen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-57824642_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>STOL: An welchem Punkt steht die Planung?</b><BR />Amhof: Es gibt konkrete Ideen, solche Wohnungen zu realisieren. Mit dem Landesgesetz ist die gesetzliche Grundlage geschaffen. Aber finanzielle Mittel fehlen, genauso wie die entsprechenden Durchführungsbestimmungen.<BR /><BR /><b>STOL: Welche Gemeinden sind interessiert?</b><BR />Amhof: Namen möchte ich noch nicht nennen. Aber einzelne Gemeinden haben entsprechende Areale oder leerstehende Immobilien. Damit könnte man Mietwohnungen in dieser Form mit gemeinnützigen Organisationen realisieren.<BR /><BR /><b>STOL: An welche Organisationen denken Sie da?</b><BR />Amhof: An Stiftungen, aber auch Wohnbaugenossenschaften wie das Siedlungswerk St. Albuin; Genossenschaften, die bereits aktiv sind, aber bisher nur in Erweiterungszonen tätig waren. <BR /><BR /><b>STOL: Bei dem Projekt ginge es um Mietwohnungen: In welchem Maßstab wäre ein solches Modell für Südtirol interessant?</b><BR />Amhof: Wir reden hier nicht von einem riesigen Umfang. Dies ist eher ein Modell für den urbanen Raum; im ländlichen ziehen viele Leute ein Eigenheim vor.<BR /><BR /><b>STOL: Wäre gerade für diese die Option Mietkauf interessanter?</b><BR />Amhof: Das ist ein Modell, das im Bundesland Tirol großen Niederschlag gefunden hat: Dabei werden ebenfalls über Genossenschaften und Stiftungen Wohnungen realisiert. Die Mieter zahlen beim Einzug einen größeren Kapitalbetrag, dann 15 Jahre lang ihre Miete, am Ende noch einmal einen größeren Kapitalbeitrag: Und damit erstehen sie ihre Wohnung. Die Miete, die sie in den Jahren bezahlt haben, wird zum Teil verrechnet. Für die Umsetzung dieses Modells gibt es in Italien aber größere Hürden – vor allem steuerrechtlicher Natur. <BR /><BR /><b>STOL: Welche wären das?</b><BR />Amhof: Es fehlen steuerliche Anreize. Der Kauf einer Erstwohnung wird vom Staat gefördert. Für den Mietkauf gibt es das bisher nicht. Damit ist es derzeit für potenzielle Mietkäufer uninteressant.<BR /><BR /><b>STOL: Welche Rückmeldungen haben Sie von KVW und Wohnbauinstitut bei Ihrer Aussprache bekommen?</b><BR />Amhof: KVW und Wobi arbeiten gemeinsam an diesem Thema. Auf Initiative von Leonhard Resch und mit Landesrätin Waltraud Deeg gab es bereits Veranstaltung zum gemeinnützigen Wohnungsbau. Gerade angesichts der horrenden Wohnungspreise dürfen wir dieses Modell nicht auf dem Weg liegen lassen. Es wird intensiv daran gearbeitet.<BR />