Dienstag, 16. Juni 2020

Neustart-Apps: Digitale Werkzeuge für Familien, Arbeitnehmer, Betriebe

Die Landesregierung hat am heutigen Dienstag mehrere neue Online-Applikationen vorgestellt, um ein vorausschauendes Krisenmanagement zu fördern.

Mehrere Apps helfen, die persönliche oder betriebliche finanzielle Situation in kurzer Zeit zu bewerten: Eine für Familien und Arbeitnehmer, eine für Betriebe, Freiberufler und Organisationen.
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Mehrere Apps helfen, die persönliche oder betriebliche finanzielle Situation in kurzer Zeit zu bewerten: Eine für Familien und Arbeitnehmer, eine für Betriebe, Freiberufler und Organisationen. - Foto: © lpa
Mehrere in den vergangenen Wochen entwickelte Neustart-Apps des Landes Südtirol sind heute (16. Juni) online gegangen. Die Südtiroler Landesregierung hatte die Entwicklung dieser Applikationen in Auftrag gegeben.

Sie will verschiedenen Zielgruppen aus Privatleben und Wirtschaft die Möglichkeit bieten, sich interaktiv mit wichtigen Fragestellungen rund um die persönlichen und betrieblichen Herausforderungen in Zusammenhang mit der Coronakrise auseinanderzusetzen und gegebenenfalls rechtzeitig proaktiv zu handeln. Gleichzeitig sollen die Apps den Dialog zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern fördern.

Kompatscher: „Hilfe zur Selbsthilfe“


Vor kurzem hatte die Landesregierung die Apps den Sozialpartnern vorgestellt und dabei auch Kooperationspartner gefunden. Heute sind die Apps dann online gegangen und Landeshauptmann Arno Kompatscher stellte sie nach der Sitzung der Landesregierung zusammen mit Soziallandesrätin Waltraud Deeg und Landwirtschafts- und Tourismuslandesrat Arnold Schuler, auch in Vertretung des aus Termingründen verhinderten Wirtschaftslandesrates Philipp Achammer, der Öffentlichkeit vor.
Sie zogen Bilanz über die Hilfsangebote des Landes, welche bereits länger laufen. Sie waren sich einig: Nur die Kombination aus weitsichtigem Wirtschaften und zielgenauen Hilfsangeboten führt zum Erfolg. Beide Aspekte wurden in den Neustart-Apps nutzerfreundlich zusammengefasst, weshalb der Landehauptmann von einer „Hilfe zur Selbsthilfe“ sprach.

Apps für verschiedene Zielgruppen


Im Bereich für Familien, Arbeitnehmer hilft zum einen ein Rechner bei der Sichtung der Einnahmen und Ausgaben und zum anderen eine App die persönliche und finanzielle Situation besser einzuschätzen. Im Rechner können die Nutzer dann die Situation vor und nach der Corona-Krise gegenüberstellen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Information über bestehende Maßnahmen und Beratungsleistungen. Daher sieht Landesrätin Deeg in den Apps „ein nützliches Instrument, wenn es darum geht, sich in der Vielfalt der Maßnahmen und der verstärkten Beratungsangebote zurechtzufinden.“

Betriebe, Freiberufler oder Organisationen hingegen können auf deren Bereich ebenfalls auf einen Gewinn&Verlust und Cash-flow Rechner zugreifen, sowie für die verschiedenen Herausforderungen der Krise jeweils eine App benutzen. Während größere Wirtschaftsbetriebe meist relativ gut informiert seien, seien diese Applikationen besonders für kleinere Unternehmen wertvoll, sagte der für Landwirtschaft und Tourismus zuständige Landesrat Schuler: „Besonders hart hat es den Tourismussektor getroffen.“ Für alle gelte es nun, „Perspektiven aufzuzeigen. Auch dazu können diese Apps einen wichtigen Beitrag leisten.“

Am Ende der jeweiligen Berechnungen können die Nutzer die Ergebnisse herunterladen. Dieses Dokument dient als persönliches Protokoll, mit dem man anschließend dann das Gespräch mit einem Berater der Handelskammer Bozen oder einem Berater verschiedener Sozial- und Wirtschaftsverbände Südtirols suchen und dort konkrete Unterstützung einholen kann.

Mit den Apps gehe das Land einen weiteren aktiven Schritt zur Bewältigung der Coronakrise, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher in der Pressekonferenz: „In den vergangenen Wochen und Monaten hatten wir keine andere Möglichkeit, als auf Sicht zu fahren. Nun können wir aufgrund der stabilen Lage den Fokus wieder auf mittelfristige Ziele legen.“ Die Landesregierung wolle vor allem die möglichen Ausläufer der Krise so gering wie möglich halten: „Wenn wir jetzt die Zeit nutzen, werden wir später weniger Härtefälle haben“, ist der Landeshauptmann überzeugt. Dies gelinge nur durch eine enge Abstimmung mit den Sozial- und Wirtschaftsverbänden des Landes.

Der Landeshauptmann zeigte sich auch „sehr froh darüber, dass wir beim jüngsten Sozialpartnertreffen die Handelskammer Bozen sowie zahlreiche Wirtschafts- und Sozialverbände als Kooperationspartner für die Neustart-Apps gewinnen konnten.“ Dieses Beraternetzwerk sei imminent wichtig, um in den nächsten Wochen und Monaten Familien, Arbeitnehmer, Freiberufler und Betriebe in wichtigen Fragen zu beraten.

lpa

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