Montag, 14. Oktober 2019

Schützen prangern Katalonien-Urteil an

Nach dem niederschmetternden Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs gegen die derzeit inhaftierte, ehemalige katalanische Landesregierung werfen die Schützen den europäischen Institutionen Untätigkeit vor.

In Katalonien wird gegen das Urteil protestiert.
Badge Local
In Katalonien wird gegen das Urteil protestiert. - Foto: © AP / Bernat Armangue
Zwischen 9 und 13 Jahre Haft für 9 katalanische Politiker entschied der spanische Oberste Gerichtshof. Begründung: Aufruhr und Veruntreuung. Dieses Urteil stehe in keinem Verhältnis zu den Vorwürfen gegen die Politiker. „Ab jetzt wird es schwierig, die schönen Sonntagsreden von einem friedlichen, demokratischen und geeinten Europa, indem die Grenzen keine Rollen mehr spielen, zu verteidigen. Wenn es darauf ankommt, zählen nur die Nationalstaaten und die scheinbar unsichtbaren Grenzen werden zu Stahlmauern verstärkt mit Panzerglas“, unterstrich Jürgen Wirth Anderlan, Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes in einer Aussendung. „Dieses Europa geht in die völlig falsche Richtung, denn die Opfer eines solchen Europas sind wir, die Völker und Regionen. Man sollte nicht vergessen, dass es in Europa mehr Minderheiten als Nationalstaaten gibt“, so der Landeskommandant.


„Europa wächst nicht durch Nationalstaaten zusammen, sondern durch Menschen mit verschiedenen Sprachen, Kulturen und Traditionen. Wir wollen kein Europa der Nationalstaaten. Wir wollen ein Europa der Völker, die im Respekt zusammen leben. Aber dann müssen wir auch lernen, die Wünsche der Völker zu respektieren. Sonst passiert mit dem europäischen Geist dasselbe wie mit dem Heiligen Geist – den hat auch niemand gesehen oder gespürt“, schließt Jürgen Wirth Anderlan.

stol