Donnerstag, 16. September 2021

„Sudtirolo“: Amtliche Anerkennung abgelehnt

Der Antrag zur amtlichen Anerkennung der italienischen Bezeichnung „Sudtirolo“ – eingebracht von der Süd-Tiroler Freiheit, wurde im Landtag am Donnerstag abgelehnt.

Der Antrag von Sven Knoll und Myriam Atz Tammerle, den Namen Sudtirolo amtlich anerkennen zu lassen, wurde abgelehnt.
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Der Antrag von Sven Knoll und Myriam Atz Tammerle, den Namen Sudtirolo amtlich anerkennen zu lassen, wurde abgelehnt. - Foto: © Süd-Tiroler Freiheit
Wie berichtet, sollte sich der Südtiroler Landtag laut Antrag dafür aussprechen, dass – zusätzlich zu den bereits bestehenden Landesbezeichnungen in italienischer Sprache – der Begriff „Sudtirolo“ amtlich anerkannt werde.

Inhaltlich könne man mit dem Antrag einverstanden sein, nicht aber mit der Vorgangsweise, meinte Gerhard Lanz (SVP). Solche sensiblen Themen sollten nicht mit einer einfachen Mehrheitsentscheidung geregelt werden, da brauche es eine breitere Diskussion.

“Sudtirolo“ sei die korrektere Bezeichnung für dieses Land, meinte Paul Köllensperger (Team K). Der Name sei nicht neu, er sei jüngst auch von Romano Prodi verwendet worden. Solche Themen führten aber regelmäßig zur Spaltung. Es brauche eine gewisse Vorlaufzeit und eine breite Diskussion.

Köllensperger erinnerte an das Referendum zum Siegesplatz. Es wäre auch noch festzulegen, was dann die amtliche italienische Bezeichnung wäre: nur Sudtirolo oder Sudtirolo neben Alto Adige?

Er selbst benutze “Sudtirolo“, erklärte Riccardo Dello Sbarba (Grüne), aber hier gehe es nicht um die private Verwendung. Der Antrag ziele in Wirklichkeit auf die Abschaffung von “Alto Adige“ ab.

Das offizielle Banner des Landes trage auch die Bezeichnungen “Südtirol“ und “Alto Adige“. Letztere sei die am meisten verwendete italienische Bezeichnung.

Carlo Vettori (Forza Italia Alto Adige Südtirol) warnte wie Repetto vor solchen Initiativen. Der Antrag ziele im Endeffekt auf eine Verfassungsänderung ab, die sehr viel Zeit beanspruchen würde. Auch er verwende oft “Sudtirolo“.

Dieser Antrag gehe von einer Umfrage aus und rede von einem Zuspruch bei 60 Prozent der Italiener; aber die Italiener außerhalb Südtirols interessierten sich nicht dafür. Die offizielle Bezeichnung auf dem Banner berücksichtige alles Notwendige; wer sie ändern wolle, sollte genügend Unterschriften für eine Verfassungsänderung sammeln.

Nach weiteren Wortmeldungen wurde der Antrag schließlich mit 3 Ja, 23 Nein und 7 Enthaltungen abgelehnt.

lpa/stol

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