Dienstag, 20. Oktober 2020

Südtirol zieht nach: Strengere Coronaregeln ab Mittwoch

Die Südtiroler Landesregierung hat am Dienstag angesichts der steigenden Fallzahlen im Land restriktivere Corona-Regeln verabschiedet, die am morgigen Mittwoch in Kraft treten. Die neuen Regeln betreffen unter anderem den Amateursport, Homeoffice und Fernunterricht, Spielhallen, Chöre und Lokale.

Klargestellt hat die Landesregierung auch, dass das Vermeiden von Menschenansammlungen auch beim Törggelen gelten: So müssen die bäuerlichen Betreiber beim Eingang die entsprechenden Tabellen mit den maximal zulässigen Personen in den Bauernstuben aushängen.
Badge Local
Klargestellt hat die Landesregierung auch, dass das Vermeiden von Menschenansammlungen auch beim Törggelen gelten: So müssen die bäuerlichen Betreiber beim Eingang die entsprechenden Tabellen mit den maximal zulässigen Personen in den Bauernstuben aushängen. - Foto: © shutterstock
Landeshauptmann Arno Kompatscher erläuterte am Dienstag im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung einige neue Regeln und Vorschriften.

Am morgigen Mittwoch wird das neue Dekret unterzeichnet, es bleibt bis 30. November in Kraft.

„Steigende Infektionszahlen korrekt interpretieren

Wichtig sei eine korrekte Interpretation der vom Sanitätsbetrieb festgestellten Infektionszahlen: „Sie sind auf eine erhöhte Trefferquote zurückzuführen, bei denen den Abstrichen ein Antigentest vorausgegangen ist“, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Der Großteil der festgestellten Infektionen mit dem Coronavirus betreffe daher bereits in Quarantäne befindliche Personen, die somit nicht weiter Personen anstecken konnten. Dies zeige, dass der Sanitätsbetrieb viel zielgenauer testen kann, und damit die Zahl an positiv Getesteten im Verhältnis zur Gesamtzahl an Abstrichen steigt.

Dies sei die „gute in der schlechten Nachricht“: „Es zeigt sich aber auch, dass der Druck auf die stationäre Betreuung und Intensivstationen in den Krankenhäusern zunimmt, und das macht weitere einschränkende Maßnahmen nötig“, fasste der Landeshauptmann zusammen.

Keine Weihnachtsmärkte in diesem Jahr

Die Weihnachtsmärkte werden in Südtirol, wie bereits berichtet, abgesagt.Bei allen anderen Veranstaltungen hat die Landesregierung die bereits geltenden Regeln nicht geändert. Aufrecht bleibt damit das Verbot, bei Veranstaltungen Speisen und Getränke zu verabreichen und die Empfehlung Veranstaltungen mit Menschenansammlungen möglichst abzusagen.

Gräberbesuch zeitlich versetzt

Die Festlichkeiten an Allerheiligen werden beschränkt, die Gräber sollen wenn möglich zeitlich versetzt besucht werden, um unnötige Menschenansammlungen zu vermeiden.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen



Bürgermeister erhalten die Kompetenz – wie auch im restlichen Staatsgebiet – eigene Beschränkungen für ihre Gemeinde zu erlassen.

Die Wettbewerbe im Amateursport – mit Ausnahme der regionalen und überregionalen Meisterschaften – werden vorerst ausgesetzt. (Hier der ausführliche Bericht von sportnews.bz).

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen



Bereits seit Montag ist die Ausübung von Kontaktsportarten, die als Breiten- oder Freizeitsport in Turnhallen stattfinden, verboten. Sportunterricht in der Schule darf weiterhin in der Turnhalle stattfinden, Mannschaftsspiele sind dort allerdings verboten.

Musikproben weiterhin erlaubt

Auch Chöre und Musikkapellen dürfen weiter proben, die maximale Anzahl der Personen darf dabei aber 15 nicht überschreiten, auch muss man sich an die 1/5 Regel halten, also die maximale Anwesenheit von einer Person pro verfügbaren 5 Quadratmetern im Schnitt.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen



Oberschulen müssen mindestens 30 Prozent Fernunterricht anbieten, auch Homeoffice/Smartworking/Videokonferenzen sollen dem „normalen“ Büroalltag vorgezogen werden.

Törggelen

Klargestellt hat die Landesregierung auch, dass die Abstandregeln und das Vermeiden von Menschenansammlungen wie in allen Restaurationsbetrieben auch beim „Törggelen“ gelten: So müssen die bäuerlichen Betreiber beim Eingang die entsprechenden Tabellen mit den maximal zulässigen Personen in den Bauernstuben aushängen. Diese Regelung gilt auch für alle anderen öffentlich zugänglichen Lokale. Keine zusätzliche Änderung war bei den Regelungen für Bars und Restaurants nötig, berichtete der Landeshauptmann, der darauf hinwies, „dass wir in Südtirol hier strengere Vorschriften als auf staatlicher Ebene haben.“ Für Spielsäle und Wettbüros hingegen wurde die Öffnungszeit von maximal 8 bis 18 Uhr eingeschränkt.

Erst am Montag war eine neue Verordnung mit zusätzlichen Vorsorgemaßnahmen in Kraft getreten.


vs/lpa