Montag, 17. Mai 2021

Tag gegen Homophobie: „Hass ist KEINE Meinung!“

Der heutige Montag ist der 17. Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie.

RE.A.DY-Beauftragte Judith Notdurfter hat heute (17. Mai) LH Kompatscher eine Regenbogenfahne überreicht.
RE.A.DY-Beauftragte Judith Notdurfter hat heute (17. Mai) LH Kompatscher eine Regenbogenfahne überreicht. - Foto: © lpa/sf
Heute soll besonders auf Diskriminierung, Gewalt und Missgunst hingewiesen werden, die aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität von Menschen ausgeübt wird.

„Es braucht eine tolerantere Gesellschaft“

Der Landeshauptmann Kompatscher unterstützt den Kampf gegen die Diskriminierung von Homo-, Bi-, Inter- und Transsexualität: „Gesetze alleine reichen nicht aus, es braucht eine tolerantere Gesellschaft“.

Anlässlich dieses Aktionstages hat Landeshauptmann Arno Kompatscher zusammen mit Judith Notdurfter, Direktorin im Landesamt für Außenbeziehungen und Ehrenamt sowie Landesverwaltungsbeauftragte des Antidiskriminierungsnetzwerkes RE.A.DY, die diesjährige Kampagne des Netzwerks gegen die leider immer noch aktuelle Ungerechtigkeit und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität vorgestellt.

Arbeitsschwerpunkt: „Hate Speech“


Das Land Südtirol gehört seit 2019 dem gesamtstaatlichen Antidiskriminierungsnetzwerk der öffentlichen Verwaltungen gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität RE.A.DY an. Das Netzwerk umfasst derzeit 210 Mitglieder im gesamten Staatsgebiet.

Der diesjährige Arbeitsschwerpunkt liegt auf dem Bereich des Hate Speech, also der Hassrede und meint die Verwendung einer gewaltbehafteten, abwertenden, diskriminierenden Sprache. Bereits in Vergangenheit hatte der Südtiroler Landeshauptmann sich klar dagegen positioniert und betont auch heute nochmals in aller Deutlichkeit: „Hass ist keine Meinung!“

Homosexualität ist seit 1990 keine „Krankheit“ mehr


Der Tag gegen Homophobie wird seit 1990 begangen und erinnert an den Beschluss der WHO, Homosexualität nicht mehr als Krankheit anzuerkennen.

In Italien laufen derzeit zu diesem Thema Diskussionen um einen Gesetzesentwurf, dem sogenannten Ddl Zan. Dieses sieht eine Erweiterung des Antidiskriminierungsgesetzes (Mancino-Gesetz aus dem Jahr 1993) um den Aspekt der Homophobie vor.

Mehr Toleranz und Offenheit

„Die Tatsache, dass der Gesetzentwurf im Parlament diskutiert wird, ist sicherlich sehr positiv, da damit die rechtliche und legislative Basis geschaffen wird“, betont Landeshauptmann Kompatscher und fährt fort: „Ein Gesetz alleine reicht jedoch nicht aus, da es parallel dazu einen kulturellen, gesellschaftlichen Wandel im Zusammenhang mit diesem Thema braucht. Wir müssen uns als Gesellschaft hin zu mehr Offenheit und Toleranz entwickeln!“

Regenbogenfahne an der Fassade des Bozner Rathauses ausgehängt

Am heutigen 17. Mai 2021 begeht auch die Stadt Bozen den 17. Internationalen Tag gegen Homophobie, Lesbophobie, Transphobie und Biphobie mit dem Ziel, Veranstaltungen zur Sensibilisierung und Prävention zu fördern und zu koordinieren, um das Phänomen der Homophobie, Lesbophobie, Biphobie und Transphobie in allen Formen zu bekämpfen.

Für die Stadt Bozen tritt Bürgermeister Renzo Caramaschi als „Testimonial“ in den sozialen Medien auf. Die Kampagne wurde von den Assessoraten für Chancengleichheit und Sozialpolitik organisiert.

Mit der Aushängung der Regenbogenfahne an der Fassade des Rathauses wird die Bedeutung der Kampagne gegen Homophobie nochmals unterstrichen. Die Regenbogenfahne ist seit 1978 das Symbol der LGBT+-Community, als Gilbert Baker sie auf der ersten Gay Pride in San Francisco präsentierte.

Der internationale Tag gegen Homophobie fällt in Italien außerdem mit der Debatte um einen Gesetzesentwurf zusammen, der derzeit im Senat behandelt wird und der Maßnahmen zur Verhinderung und Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt aufgrund von Geschlecht, Gender, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und Behinderung enthalten wird. Um den Gesetzesentwurf ist bereits eine heftige politische Debatte entbrannt.


lpa