Donnerstag, 09. Dezember 2021

Unterstützung für Menschen mit Behinderungen angepasst

Auf Vorschlag von Soziallandesrätin Waltraud Deeg hat die Landesregierung einer Vereinfachung für den Beitrag „Selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe“ zugestimmt.

Das Land unterstützt mit dem Beitrag „Selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe“ Menschen mit Behinderungen, die autonom wohnen möchten.
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Das Land unterstützt mit dem Beitrag „Selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe“ Menschen mit Behinderungen, die autonom wohnen möchten. - Foto: © pexels
Seit dem Jahr 2011 können volljährige Menschen mit Behinderungen um die Leistung „Selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe“ ansuchen. Ihnen soll damit das autonome Wohnen erleichtert werden. Im Vorjahr hatten darum acht Menschen angesucht, es wurden dafür Landesmittel im Ausmaß von 290.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Nun hat die Landesregierung Vereinfachungen zum Bezug dieser finanziellen Unterstützungsleistung gutgeheißen. Für Soziallandesrätin Waltraud Deeg geht es vor allem darum, die bestehenden Rahmenbedingungen zu optimieren: „Wir vereinfachen das Verfahren und weiten die Zielgruppe aus. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung als Erwachsene eine Wahlmöglichkeit zu einem sozialen Wohndienst haben.“

Ansuchen ab 1. März 2022 möglich

Konkret wird mit dem am Dienstag, 7. Dezember, gefassten Beschluss die Voraussetzung geschaffen, dass die Zielgruppe der Leistung ausgeweitet wird. So können künftig alle Personen, die eine Behinderung oder eine schwere Behinderung im Sinne des Gesetzes 104/1992 haben und ein Pflegegeld beziehen, darum ansuchen. Dies gilt als Alternative zu einer Aufnahme in einen sozialen Wohndienst.

Zudem wird die Leistung in Zukunft ausschließlich über den Sozialsprengel des Einzugsgebietes abgewickelt, es entfällt ein bisher notwendiges Gutachten des Landesamtes. Die Beiträge werden künftig in Form von individuellen „Bausteinen“ festgelegt und sollen dadurch den Anforderungen und Gegebenheiten der ansuchenden Person bestmöglich entsprechen. Vorteilhaft auswirken wird sich auch eine Anpassung der Einkommens- und Vermögenssituation des Nutzers oder der Nutzerin: So kann künftig ein höheres Einkommen als bisher bezogen werden, ohne dass die Leistung ganz oder graduell verloren geht.

„Die Leistung ist darauf ausgerichtet, erwachsene Menschen mit Behinderungen bei der Verwirklichung eines selbstbestimmten Wohnens außerhalb ihrer Herkunftsfamilie aktiv zu unterstützen. Denn jeder Mensch möchte autonom leben und selbst darüber entscheiden können, wie, wo und mit wem man wohnen möchte. Der Beitrag und die genehmigten Vereinfachungen sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, dem weitere folgen werden“, kündigt Landesrätin Deeg an. Um den Beitrag „Selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe“ kann ab 1. März 2022 angesucht werden.

Mit dem Beschluss wird den im Frühjahr verabschiedeten „Richtlinien für Wohndienste und Wohnleistungen für Menschen mit Behinderungen, mit psychischen Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen“ (Beschluss 284/2021) nachgekommen. Zudem erfolgt die Anpassung im Sinne des Inklusionsgesetzes (LG 7/2015).

Das Amt für Menschen mit Behinderungen hat die Änderungen in enger Zusammenarbeit mit den Sozialdiensten und dem Dachverband für Soziales und Gesundheit erarbeitet. Weitere Informationen zur Leistung „Selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe“ gibt es online auf den Landeswebseiten oder in den jeweils zuständigen Sozialsprengeln.

lpa