Dienstag, 09. Juni 2020

Ein Meter Abstand oder Maske: Die neuesten Lockerungen für Südtirol

Große Schritte in Richtung Normalität wurden auf der Sitzung der Landesregierung am Dienstag beschlossen: So wurde der Sicherheitsabstand von 2 Metern auf einen Meter reduziert. Familien dürfen ihre Angehörigen im Altersheim wieder besuchen. Auch ein Ausblick auf das kommende Schuljahr wurde gegeben.

Landesrätin Waltraud Deeg, Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Philipp Achammer haben neue Lockerungen vorgestellt (Archivbild).
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Landesrätin Waltraud Deeg, Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Philipp Achammer haben neue Lockerungen vorgestellt (Archivbild). - Foto: © lpa
Bei Begegnungen unter einem Meter mit anderen Personen muss die Maske noch getragen werden, etwa in der Gastronomie oder beim Sport. Ansonsten herrsche keine Maskenpflicht mehr, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher auf der Pressekonferenz am Dienstag.

Die Eigenverantwortung sei natürlich immer noch gefragt, so Kompatscher:

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Ebenfalls eine große Erleichterung: In Privatautos dürfen beim Tragen der Maske nun alle Sitze belegt werden.

„Es geht um den Respekt den anderen gegenüber, aber vor allem hoffen wir, durch die weitere Einhaltung der Regeln einen zweiten Lockdown zu verhindern, denn eines ist sicher: Noch einmal zusperren ist keine Option.“

Auch weitere Schritte in Richtung Normalität wurden genommen: So ist die Nutzung der Umkleideräume und Duschen in Hallenbädern, Naturbadeteichen und ähnlichem nun wieder erlaubt, auch Schutzhütten dürfen wieder verwendet werden, sofern der Sicherheitsabstand von einem Meter mit Maske eingehalten wird.

Lockerungen habe es auch für Theaterbühnen, Filmsets, Messen, Ausstellungen und Veranstaltungen gegeben: „Untersagt sind weiterhin Ausschank und Speisen bei öffentlichen Veranstaltungen. Das ist einfach eine besondere Situation, und auf dieses Verbot bestehen wir derzeit noch. Dann werden wir sehen“, so Kompatscher.

Altersheime: „Familienbesuche sind wieder möglich“

Ebenfalls am Dienstag beschlossen wurde die schrittweise Öffnung der Altersheime: „Unter der Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen sind Familienbesuche jetzt wieder möglich“, erklärte Familienlandesrätin Waltraud Deeg.

So müsse das Einverständnis des ärztlichen Leiters vorliegen. Es dürfe seit mindestens 14 Tagen kein positiver Fall verzeichnet worden sein, auch wird die Körpertemperatur beim Betreten des Heims gemessen.

Idealerweise findet der Besuch in einer eigens vorgesehenen Besucherzone statt.

Ebenso wiederaufgenommen werden nun die Aktivitäten innerhalb des Heimes: So werden interne Dienste wie etwa die Hauskapelle wieder geöffnet.

„Ich möchte nochmals betonen: Wir haben niemanden eingesperrt. Sämtliche Maßnahmen galten stets der Gesundheit und Sicherheit der Heimbewohner“, so Deeg.

Schule: „Präsenzunterricht hat Vorrang“

Bildungslandesrat Philipp Achammer gab abschließend noch einen Ausblick auf die Beschlüsse, die für das Schuljahr 2020/21 getroffen wurden.

„Wir warten hier nicht auf Rom, sondern entscheiden autonom: Unsere Kinder brauchen vor allem Präsenzunterricht, denn die sozialen Kontakte haben einfach gefehlt“, so Achammer.

Natürlich müssen für den Präsenzunterricht die Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden: So sind gleitende Ein- und Austrittszeiten vorgesehen, ebenso wie flexible Pausenzeiten.

„Der Sicherheitsabstand von einem Meter gilt natürlich auch in der Schule, aber auch hier gilt: Beim Abstand über einem Meter können die Kinder die Maske abnehmen, das ist uns ganz wichtig.“

Die Stundentafeln sollen angepasst werden, ebenso soll Unterricht im Freien angedacht werden.

Im Kindergarten soll mit gleichbleibenden Gruppen gearbeitet werden, die Bildungszeit soll jedoch wie bisher umgesetzt werden.

Auch in Grund- und Mittelschulen ist ein täglicher Präsenzunterricht am Vormittag das Ziel. „Aufgrund des Ein-Meter-Abstands kann es in manchen Schulen notwendig sein, einige Klassen zu teilen, je nach dem, welche räumlichen Voraussetzungen gegeben sind. Wo notwendig, kann es sein, nachmittags ein weiteres Angebot anzudenken.“

In den Oberschulen hingegen sieht Achammer, der auch für seine Kollegen Giuliano Vettorato (italienischer Bildungslandesrat) und Daniel Alfreider (ladinischer Bildungslandesrat) sprach, am ehesten die Möglichkeit bzw. die Notwendigkeit, sowohl Fern- als auch Präsenzunterricht anzudenken.

„Hier pendeln teilweise 4000 bis 5000 Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Land zur selben Schule, was nicht nur die Frage der räumlichen Voraussetzung, sondern auch des Transportes aufwirft. Natürlich werden wir auch in den Oberschulen versuchen, so viel als möglich im Präsenzunterricht abzuhalten, aber hier kann auch der Fernunterricht weiterhin eine Option sein“, so Achammer abschließend.

liz