Montag, 23. März 2020

Betriebsschließungen: SGBCisl fordert Klarheit

Die Regierung Conte hat am vergangenen Wochenende festgelegt, welche Sektoren und Produktionstätigkeiten in der derzeitigen Situation noch weiterarbeiten können bzw. geschlossen werden müssen.

Die Gewerkschaft SGBCisl fordert Klarheit darüber, welche Betriebe offen bleiben dürfen.
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Die Gewerkschaft SGBCisl fordert Klarheit darüber, welche Betriebe offen bleiben dürfen. - Foto: © FEFCO / FEFCO
„Dass sie dafür die ATECO-Kodes heranzieht stiftet jedoch Verwirrung“, bedauert der Südtiroler Gewerkschaftsbund SGBCisl in einer Aussendung am Montag, „denn diese Kodes dienen INPS und INAIL zur Klassifizierung der Wirtschaftstätigkeiten, sie werden auch für statistische Zwecke verwendet. Im selben Betrieb kann es, wenn er in verschiedenen Bereichen tätig ist, mehrere ATECO-Kodes geben. Welcher würde dann herangezogen?“ Laut Gewerkschaft wäre es besser gewesen, jene Sektoren zu bestimmen, die weiterarbeiten können, und alle anderen davon auszuschließen.

Die Epidemie führt zu Angst und zu wachsendem sozialen Unbehagen, viele wagen sich nicht an den Arbeitsplatz. Die Gewerkschaft zeigt Verantwortungsbewusstsein und ist bemüht, dazu beizutragen, diese schwierige Situation zu meistern bzw. zu überwinden. Deshalb hat die Gewerkschaft auch ein Abkommen unterzeichnet, das die Sicherheit der Arbeitnehmer in den Unternehmen gewährleisten soll, in denen die Produktion weiterläuft.

Gleichzeitig ist die Regierung aufgefordert worden, die Liste der nicht einzustellenden Produktionstätigkeiten im Anhang des Dekrets zu überarbeiten, damit klar ist, wer an seinen Arbeitsplatz muss. Die entsprechende Regelung tritt am 25. März in Kraft.

Am Montagvormittag haben die Südtiroler Gewerkschaftsbünde ein Schreiben an den Regierungskommissar gerichtet, mit der Forderung, flächendeckend Tätigkeiten zu überwachen, die entgegen der verfügten Einstellung eventuell weiterlaufen könnten.

„Falls der Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer nicht gewährleistet ist, könnte diesem Recht auch über einen eventuellen Streik Nachdruck verliehen werden“, warnen die Gewerkschaften, „die Gesundheit der Menschen geht wirtschaftlichen Interessen vor.“

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pm/zor