Freitag, 24. Juli 2020

Brennerautobahn zieht positive Halbjahresbilanz

Das Betriebsergebnis der Brennerautobahngesellschaft im ersten Halbjahr 2020 weist mit -6,25 Millionen Euro einen Rückgang von 51,2 Millionen Euro im Vergleich zu den 44,95 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019 auf. Der Nettogewinn sinkt von 39,62 Millionen Euro in den ersten 6 Monaten des Jahres 2019 auf 1,64 Millionen Euro in diesem Jahr. Dies gibt die Gesellschaft in ihrer Halbjahresbilanz bekannt.

Trotz des Gesundheitsnotstandes zeigt sich die Brennerautobahngesellschaft nicht vollkommen unzufrieden.
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Trotz des Gesundheitsnotstandes zeigt sich die Brennerautobahngesellschaft nicht vollkommen unzufrieden. - Foto: © DLife/LO
Das Ergebnis kommt für die Brennerautobahngesellschaft nicht unerwartet und hängt mit dem Zusammenbruch des Verkehrs während der Monate des Lockdowns zusammen. Mehrere Faktoren haben jedoch dazu beigetragen, dass diesen Zahlen kein Minuszeichen vorangeht: der umsichtige Umgang mit der wohl bedeutendsten Kostenstelle, dem Personal, und die höheren Finanzerträge, die einer sorgfältigen Portfolioverwaltung zu verdanken sind.

„In diesen komplexen Monaten haben wir stets entschlossen und vorausschauend agiert, um Probleme rechtzeitig zu erkennen und mögliche kritische Folgen abzufedern“, kommentiert Geschäftsführer Diego Cattoni. „So haben wir mehrere Instandhaltungsarbeiten vorgezogen und uns dadurch das geringere Verkehrsaufkommen zunutze gemacht sowie der lokalen Wirtschaft einen bedeutenden Motor für eine rasche Erholung gestellt.“

Der Verwaltungsrat der Brennerautobahngesellschaft hat am Freitagvormittag unter dem Vorsitz von Präsident Hartmann Reichhalter die Halbjahresbilanz positiv bewertet. „Angesichts des Gesundheitsnotstandes und den damit verbundenen Einschränkungen konnten die Auswirkungen auf das wirtschaftliche Ergebnis bestmöglich abgefedert werden“, so Reichhalter, „ohne deshalb Abstriche in unserem besonderen Augenmerk auf die angrenzenden Gebiete oder die Qualität der Dienstleistungen machen zu müssen.“

Weniger Verkehr – weniger Einnahmen

Die negative Tendenz der Halbjahresbilanz 2020 im Vergleich zum Vorjahr steht in erster Linie im Zusammenhang mit einem deutlichen Verkehrsrückgang ab März aufgrund des Gesundheitsnotstandes und den damit einhergehenden Einschränkungen in der Mobilität: die Mauteinnahmen sind um 59,46 Millionen Euro auf 116 Millionen Euro gesunken. Auf den Gewinn ausgewirkt hat sich auch der Rückgang der Einnahmen aus Lizenzgebühren an den Autobahnraststätten, die um 51,88 Prozent von 9 Millionen Euro im Vorjahr auf 4,38 Millionen Euro gesunken sind.

Der Produktionswert in den ersten 6 Monaten des Jahres beläuft sich auf insgesamt 125,89 Millionen Euro, was einem Minus von 33,85 Prozent im Vergleich zu 2019 entspricht (190,30 Millionen Euro).

Trotz dieser Schwierigkeiten hat die Brennerautobahngesellschaft in den vergangenen 6 Monaten in die Sicherheit, die Innovation und die Instandhaltung investiert. Die verschiedenen Projekte in der Höhe von etwa 5,61 Millionen Euro betreffen insbesondere die Anpassung der Notfallspur für den Bau einer dritten dynamischen Fahrspur zwischen Verona und der A1 sowie andere kleinere Arbeiten. 21,03 Millionen Euro wurden in die ordentliche Instandhaltung investiert.

Unfallrate auf historischem Minimum

Gute Nachrichten gibt es in Bezug auf die Sicherheit: In den ersten 6 Monaten des Jahres 2020 lag die Unfallrate (TIG) – sprich das Verhältnis zwischen Unfällen und gefahrenen Kilometern – bei 15,91. Dies entspricht einem historischen Minimum. In den vergangenen 10 Jahren (2011 bis 2020) ist damit die Unfallrate entlang der A22 in Bezug auf jeweils die erste Jahreshälfte um 18,69 Prozent gesunken.

Der Schwerpunkt der Brennerautobahngesellschaft liegt indes unverändert auf den angrenzenden Gebieten. Der Verwaltungsrat hat am Freitag unter anderem die Erneuerung und Erweiterung der Lärmschutzwände um zwei Kilometer sowohl auf der Nord- als auch auf der Südspur in der Gemeinde Trient auf der Höhe der Mautstelle Trient Zentrum beschlossen. Die Kosten sind mit 12,38 Millionen Euro veranschlagt.

Es handelt sich dabei um eine neue Art von Lärmschutzwänden, die von der Gesellschaft entwickelt worden sind. Diese ermöglichen eine „osmotische Beziehung“ mit der Umwelt und wirken wie ein Schaufenster, das die Formen und Farben der Umgebung zeigt ohne die Fahrer abzulenken. Damit verbindet die Brennerautobahngesellschaft das vordergründige Ziel des Lärmschutzes mit der Integration des Bauwerkes in seine Umgebung.

Der technische Generaldirektor Carlo Costa fasst das Projekt wie folgt zusammen: „Vordergründiges Ziel ist eine dynamische Lärmschutzwand, die sich in die Landschaft integriert und deren architektonischen Merkmale die niemals statische Natur in der Umgebung wiederspiegelt. Farbtafeln, Siebdruckelemente und Inschriften kennzeichnen die neuen Schutzwände, die damit auf die durchquerten Orte und ihre Geographie verweisen. Damit erhält der entsprechende Autobahnabschnitt eine Identität. Solche Lärmschutzwände werden auch in Südtirol, in Feldthurns südlich von Brixen, errichtet.“

Nicht zuletzt genehmigte der Verwaltungsrat Ausgaben in der Höhe von 7,5 Millionen Euro für die Sanierung des Straßenbelags an verschiedenen Streckenabschnitten zwischen Mantua Nord und Campogalliano, um so die Sicherheit und den Verkehrsfluss zu gewährleisten.

stol