Donnerstag, 12. Dezember 2019

Dienstleister zufrieden, Gütertransporteure nicht

Während die Unternehmen im Dienstleistungssektor freudig auf ihre Rentabilität blickten, ist man beim Gütertansport in Sorge.

Unzufriedenheit herrscht in Sachen Gütertransport (Symbolfoto).
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Unzufriedenheit herrscht in Sachen Gütertransport (Symbolfoto). - Foto: © shutterstock

Mehr als 9 von 10 Unternehmen im Dienstleistungssektor bewerten die im Jahr 2019 erreichte Rentabilität als zufriedenstellend und ebenso viele erwarten auch für 2020 ein befriedigendes Betriebsergebnis.

Im Transportsektor hingegen vergrößert sich die Kluft zwischen der sehr zuversichtlichen Branche des Personenverkehrs und jener des Gütertransports, in dem sich die Rentabilität verschlechtert hat. Dies ergibt sich aus der Herbstausgabe des Wirtschaftsbarometers des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen.

91 Prozent der Unternehmer zufrieden

Das Geschäftsklima im Südtiroler Dienstleistungssektor bleibt auf einem guten Niveau: 91 Prozent der Unternehmen bewerten die Ertragslage im laufenden Jahr als zufriedenstellend und ebenso viele rechnen mit einem befriedigenden Betriebsergebnis im Jahr 2020.

Die Umsatzentwicklung war auch heuer positiv, insbesondere auf dem Südtiroler Markt. Der Anstieg der Kosten wurde teilweise durch höhere Preise ausgeglichen und die betriebliche Wettbewerbsfähigkeit blieb somit erhalten. Die Bedingungen zum Kreditzugang waren laut den befragten Unternehmer im Vergleich zum Vorjahr etwas günstiger.

Das Investitionsvolumen ist vor allem in den Bereichen Finanz, Immobilien, Informatik und bei den unternehmensorientierten Dienstleistungen angestiegen, bei den personenbezogenen Dienstleistungen gab es hingegen einen Rückgang. Im Hinblick auf 2020 wird eine erneute Zunahme des Geschäftsvolumens erwartet, auch dank steigender Preise. Es wird aber kein weiteres Wachstum von Investitionen und Beschäftigung erwartet.

Positive Erwartungen für das kommende Jahr


Betrachtet man die einzelnen Branchen innerhalb des Dienstleistungssektors, so zeigt sich, dass fast alle Wirtschaftstreibenden der unternehmensorientierten Dienstleistungen, der Immobiliensparte und im Informatik-Bereich mit der heuer erzielten Rentabilität zufrieden sind und auch positive Erwartungen für das kommende Jahr haben.

Trotz des niedrigen Zinsniveaus ist die Ertragslage auch im Finanzsektor positiv und die Südtiroler Banken verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Einlagen und des Kreditvolumens. Schwierigkeiten gibt es hingegen im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen.

Verschlechterung im Transportsektor

Im Transportsektor verschlechtert sich das Geschäftsklima das zweite Jahr in Folge. Große Unterschiede bestehen jedoch zwischen Personen- und Güterverkehr.

Im Personenverkehr ist die Stimmung sehr gut: 95 Prozent der Unternehmen im Personentransport sind mit der heurigen Ertragslage zufrieden und erwarten auch 2020 ein befriedigendes Betriebsergebnis. Die Umsätze sind im Steigen, auch dank der guten touristischen Entwicklung. Der Anstieg der Betriebskosten fiel durch die günstigen Treibstoffpreises moderat aus. Darüber hinaus konnten die Kostensteigerungen meistens durch Preiseanpassungen ausgeglichen werden.

Gütertransport: Ein Fünftel beklagt unzureichende Rentabilität


Weniger zufrieden ist man dagegen im Gütertransport, wo heuer fast ein Fünftel der Unternehmen eine unzureichende Rentabilität beklagt. Der starke internationale Wettbewerb ermöglicht es nicht, die Kostensteigerungen auf die Kunden abzuwälzen. Die Stagnation in Italien und die Schwäche der deutschen Wirtschaft sowie die Einschränkungen für den Schwerverkehr in Österreich wirken sich ebenfalls negativ auf das Geschäftsklima der Transporteure aus. Für 2020 wird noch keine Verbesserung der Rentabilität erwartet.

Der Präsident der Handelskammer, Michl Ebner, hebt den Handlungsbedarf beim Schienenverkehr hervor: „Der Brenner-Basistunnel allein wird das Problem der Autobahnüberlastung nicht lösen. Wir müssen die Achse Verona-München effizienter gestalten und die gesamte Bahninfrastruktur ausbauen, um die Attraktivität des Schienenverkehrs zu erhöhen.“

stol