Donnerstag, 5. Mai 2022

„Erste Haushaltsänderung für Lohnaufbesserungen nutzen“

Der Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) schlägt angesichts der Unverhältnismäßigkeit von Einkommen und Lebenshaltungskosten Alarm. Viele Südtiroler Bürger müssten am Limit haushalten oder seien schon unter die Armutsgrenze gerutscht: „Die öffentliche Hand als Arbeitgeber muss ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und den Mitarbeitern spürbare Lohnerhöhungen gewähren.“

ASGB-Chef Tony Tschenett fordert mehr Geld für Pflegekräfte. - Foto: © DLife/LO

Der Vorsitzende des ASGB, Tony Tschenett, fordert deshalb die politischen Vertreter auf, im Nachtragshaushalt angemessene finanzielle Mittel für Verhandlungen vorzusehen.

„In erster Linie sollten ausreichend finanzielle Mittel für einen Inflationsausgleich der Bediensteten, die in den BÜKV fallen, zweckgebunden werden. Einerseits natürlich, um die Kaufkraftverluste aufzufangen und den Konsum anzutreiben, andererseits aber auch, um die verschiedenen Berufe aufzuwerten“, so Tschenett.

Dies geht dem ASGB-Chef aber noch nicht weit genug: „Der Umstand, dass für Pflegeberufe in den Seniorenheimen und Sozialdiensten mehr Geld vorgesehen wird, erfreut uns natürlich. Dass die Verantwortlichen Stellen aber vor den Verhandlungen bereits eine Summe nennen – 20 Millionen für heuer, je 15 Millionen für 2023 und 2024 – akzeptiere ich nicht, denn dann braucht es keine Verhandlungen mehr. Diese Summe darf nicht in Stein gemeißelt sein, es muss viel mehr Geld für die Pflegekräfte vorgesehen werden“.

Ähnlich verhalte sich die Situation bei den Pflegeberufen im Gesundheitsdienst. Auch hierfür müsste ordentlich Geld in die Hand genommen werden. Tschenett verweist auf den Umstand zahlreicher Kündigungen im Südtiroler Sanitätsbetrieb, die kompensiert werden müssten aber auch auf die Notwendigkeit, dem Fachkräftemangel durch eine Aufwertung der Berufe zu begegnen.

Analog zu den Verhandlungen zur Lohnerhöhung der Bediensteten im öffentlichen Dienst müsse aber auch in der Privatwirtschaft in vielen Sektoren dringend neu verhandelt werden. Der ASGB werde dementsprechend Druck bei den Ansprechpartnern ausüben, denn die Teuerungswelle müsse unbedingt zumindest teilweise aufgefangen werden.

stol

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