Dienstag, 22. Dezember 2020

Für HGV ist Südtiroler Weg gescheitert

Für den Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) ist der von Landeshauptmann angekündigte „Südtiroler Weg“ zu Weihnachten und Neujahr gescheitert.

Vor allem das Gastgewerbe ist von den neuen Maßnahmen betroffen.
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Vor allem das Gastgewerbe ist von den neuen Maßnahmen betroffen. - Foto: © shutterstock
„Es kann nicht sein, dass die Gastronomiebetriebe bis 6. Januar wieder in den totalen Lockdown versetzt werden, während andere Branchen keine bis kaum Einschränkungen auferlegt erhalten haben. Deshalb ist für uns der Südtiroler Weg gescheitert“, schreibt HGV-Präsident Manfred Pinzger in einer Presseaussendung.

Mit dem Dekret des Landeshauptmannes muss die Gastronomie erneut die Hauptlast tragen im Bemühen, die Infektionszahlen zu reduzieren und Menschenansammlungen zu vermeiden, heißt es in der Aussendung. Die erneute totale Schließung der Gastronomiebetriebe ist für die darin tätigen Familien und Mitarbeiter bereits zum dritten Mal ein harter Rückschlag.

„Seit 4. Dezember mussten die Restaurants auf das Abendgeschäft und somit auf das umsatzträchtigste Geschäft im Jahr verzichten und ab jetzt auch noch auf das Mittagsgeschäft. Diese Entscheidung ist in keiner Weise nachvollziehbar“, protestiert HGV-Präsident Manfred Pinzger und verweist auf zwei Argumente, welche bei dieser Entscheidung offensichtlich keine Berücksichtigung fanden. Demnach seien die Infektionszahlen trotz totaler Schließung der Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe vom 4. November bis zum 3. Dezember weiter nach oben gegangen. Und auch nach der Aktion „Südtirol testet“ von 20. bis 22. November und mit nur teilweise geöffneter Gastronomie ab 4. Dezember sind die Infektionszahlen immer noch relativ hoch.

Derzeit weist Südtirol eine Sieben-Tage-Inzidenz von rund 250 auf. „Somit scheinen die Gastronomiebetriebe keine signifikante Größe im Infektionsgeschehen darzustellen. Der Großteil der Betriebe hat sich nämlich redlich bemüht, die Schutzmaßnahmen für Gäste und Mitarbeiter einzuhalten“, unterstreicht Präsident Pinzger.
Treffen im kaum kontrollierbaren Umfeld
Das 2. Argument für eine teilweise Öffnung der Gastronomie über Weihnachten und Neujahr besteht laut HGV darin, dass sich gesellige Treffen verstärkt in private Räumlichkeiten und somit in ein kaum kontrollierbares Umfeld verlegen. „Der Appell an die persönliche Verantwortung ist löblich. Besser wäre es aber, die Treffen könnten in Gastbetrieben stattfinden, wo seitens des Gastgebers für die Einhaltung der AHA-Regeln gesorgt wird und die Kontrollorgane die Einhaltung auch überwachen können“, ist Manfred Pinzger überzeugt.

stol

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