Freitag, 04. Juni 2021

Italien: Seit gestern wird in den Betrieben geimpft

Seit gestern können sich alle Menschen in Italien ohne Altersbeschränkung impfen lassen. Der mit der Impfkampagne beauftragte Regierungskommissar Francesco Paolo Figliuolo richtete gestern einen Appell an die Regionen und autonomen Provinzen, damit höchste Flexibilität bei der Anmeldung für die Impfung gewährleistet werde. In Venetien werden indessen Mitarbeiter im Tourismusbereich immunisiert.

Die Impfung in Betrieben muss von Ärzten oder anderem Gesundheitspersonal durchgeführt werden.
Die Impfung in Betrieben muss von Ärzten oder anderem Gesundheitspersonal durchgeführt werden. - Foto: © GEORG HOCHMUTH
Dies sei notwendig, da seit dieser Woche auch 12- bis 15-Jährige immunisiert werden können. Am Montag hatte die Arzneimittelbehörde Aifa grünes Licht für die Impfung von Kindern ab 12 gegeben.

Während die Regionen mit der Immunisierung von Teenagern beginnen, jagt Figliuolo nach Impfmuffeln. Gegen die Impfung würden sich vor allem Menschen im Alter zwischen 60 und 69 Jahren wehren, klagte der Regierungskommissar. „2,1 Millionen Italiener über 60 Jahre sind noch nicht geimpft, das ist eine hohe Zahl. Wir müssen an die noch unschlüssigen Personen oder an jene Menschen denken, die mit der Technologie weniger versiert sind und sich nicht auf Plattformen für die Impfung angemeldet haben. Wir haben die Regionen aufgerufen, diese Personen aufzusuchen und ihnen zur Impfung zu verhelfen“, argumentierte Figliuolo. Der Regierungskommissar gab zu, dass es bei AstraZeneca „akute Nebeneffekte“ gegeben habe, diese seien jedoch mit denen anderer Medikamente nicht zu vergleichen. „Der Vorteil des Vakzins überwiegt alles andere“, sagte Figliuolo.

Impfung für Mitarbeiter im Tourismusbereich

Auch die Impfungen am Arbeitsplatz haben italienweit begonnen. Die Region Venetien startet mit der vorrangigen Impfung der Mitarbeiter im Tourismusbereich. Die Immunisierung in Betrieben müsse von Ärzten oder anderem Gesundheitspersonal durchgeführt werden.

Der Arbeitgeber dürfe keinerlei Info über die Bereitschaft oder Nicht-Bereitschaft des Arbeitnehmers zur Impfung sammeln. Er dürfe auch weder von der Impfung noch von anderen Daten über den Gesundheitszustand des Arbeitnehmers erfahren, geht aus einem Schreiben des Garanten für den Datenschutz hervor. Der bekannte Virologe Matteo Bassetti dementierte indes Gerüchte, laut denen Fluggesellschaften die Möglichkeit prüfen, Geimpfte wegen erhöhter Thrombosegefahr in großer Höhenlage nicht an Bord zu nehmen. „Die These einer höheren Thrombosegefahr im Flugzeug ist absolut unglaubwürdig. Ich weiß nicht, wer so etwas behauptet“, so Bassetti.

d/mit