Donnerstag, 07. November 2019

Landwirtschaft steht stark unter Druck

Bauernvertreter aus Südtirol, dem Bundesland Tirol und Bayern trafen sich kürzlich in Flintsbach bei Rosenheim zum traditionellen Drei-Länder-Treffen. Dabei wurde kritisiert, dass die Landwirtschaft immer stärker unter Druck gerät – durch den Wolf, die Entwicklung auf den Märkten und immer neue Auflagen der Politik.

Über die öffentliche Debatte zur Landwirtschaft, die Entwicklung am Biomarkt und den Wolf diskutierten die Bauernvertreter in Flintsbach.
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Über die öffentliche Debatte zur Landwirtschaft, die Entwicklung am Biomarkt und den Wolf diskutierten die Bauernvertreter in Flintsbach. - Foto: © SBB

Die Stimmung in der Landwirtschaft war schon mal besser. Erst kürzlich sind in Bayern Tausende Bäuerinnen und Bauern auf die Straße gegangen, um gegen das Agrarpaket der Regierung und immer neue Auflagen, die das wirtschaftliche Arbeiten erschweren, zu protestieren.

„Zudem beklagten sie eine bewusste Stimmungsmache gegen die Bauern“, berichtete Alfred Enderle vom Bayerischen Bauernverband.
Dass der Druck von Seiten der Gesellschaft, noch nachhaltiger zu produzieren, zunehme, bestätigten auch Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler und Ferdinand Grüner von der Landwirtschaftskammer Tirol. Umso verwunderlicher ist es, dass etwa im Bundesland Tirol der Markt für Biomilch stagniert und in Bayern viele Molkereien ein Aufnahmestopp für Biomilch verfügt haben, weil die Nachfrage fehlt.

„Hier zeigt sich, dass die Forderungen der Konsumenten an die Landwirtschaft und das eigene Handeln beim Einkauf nicht übereinstimmen.“ Für Tirol rechnet Grüner daher mit einem Rückgang bei den Biobetrieben. Und auch in Bayern sind die von der Bundespolitik vorgegebenen 30 Prozent Bio bis 2030 so wohl nicht zu erreichen.


Eine weitere Sorge betrifft die Ausbreitung des Wolfes. Die Probleme sind dabei in allen drei Ländern ähnlich: Der Wolf ist stark geschützt, Entnahmen daher nur schwer möglich und Herdenschutzmaßnahmen zu teuer, zu aufwändig und nicht flächendeckend umsetzbar. „Der Wolf ist eine Gefahr für die Zukunft der Almwirtschaft“, stellte Tiefenthaler klar. Enttäuscht zeigten sich die Bauernvertreter aus Südtirol und Tirol daher auch über den Beschluss des Dreierlandtages, der kürzlich in Meran tagte, zum Wolf. „Statt den Alpenraum als sensibles Gebiet einzustufen, im dem die Entnahme von Wölfen möglich ist, ist im Beschluss nur von präventiven Maßnahmen, einem gemeinsamen Monitoring und von Wolfsmanagementplänen die Rede“, ärgerte sich Tiefenthaler. Der Tiroler Landtagsabgeordnete Hermann Kuenz regte einen gemeinsamen Forderungskatalog aller Alpenregionen an, den auch die Tourismusverantwortlichen unterstützen sollten.

Ein Thema in Flintsbach war weiters die Freizeitnutzung. „Neben Konflikten zwischen Wanderern und Almtieren gibt es immer häufig auch Konflikte von Wanderern und Mountainbikern mit den Grundeigentümern. Manche hätten kein Unrechtsbewusstsein und gehen davon aus, dass Almen allen gehören“, so die Bauernvertreter Tirols. Daher seien Sensibilisierungsmaßnahmen nötig.

stol