Freitag, 22. Mai 2020

Lohnausgleich schleppend – Bankenhilfe umso wichtiger

Arbeits-Landesrat Philipp Achammer kritisiert die Trägheit des NISF und verweist auf Leistungen der Südtiroler Banken.

Als "unhaltbar", kritisiert Philipp Achammer die "schleppende" Auszahlung des außerordentlichen Lohnausgleichs beim NISF.
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Als "unhaltbar", kritisiert Philipp Achammer die "schleppende" Auszahlung des außerordentlichen Lohnausgleichs beim NISF. - Foto: © unsplash
Während die Zahlungen des ordentlichen Lohnausgleichs angelaufen sind, warten die Bezieher des außerordentlichen Lohnausgleichs noch immer auf das Geld. Dass die Verfahren für die Auszahlung dieses außerordentlichen Lohnausgleichs langsam und umständlich verlaufen, war somit auch ein Thema der Videokonferenz von Landesrat Philipp Achammer mit den Sozialpartnern am Donnerstag.

Dabei zeigte sich: Der Ruf nach Beschleunigung kommt nicht nur aus allen Regionen in Italien, sondern massive Kritik am Nationalen Institut für Sozialfürsorge (NISF-INPS) kommt auch von den Südtiroler Sozialpartnern: Entsprechend würden die Bezieher des außerordentlichen Lohnausgleichs in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

Die zahlreichen Eingaben und Rückfragen beim NISF aber hätten bisher nicht den erhofften Erfolg gebracht. Auch Landesrat Achammer nennt das einen „unhaltbaren Zustand“. Er selbst und die Landesabteilung Arbeit stünden im Dauerkontakt mit Rom.

Bankenabkommen als Hilfe bei Überbrückung

Landesrat Achammer verweist auf das Abkommen der Landesregierung mit den heimischen Banken: „Dank dieses Abkommens haben Lohnausgleichempfänger in Südtirol bessere Möglichkeiten, die Zeit bis zum Erhalt des Lohnausgleichs zu überbrücken, als im restlichen Staatsgebiet.“ Der Landesrat empfiehlt den Lohnausgleichempfängern, die wegen der Verspätung der Zahlungen Schwierigkeiten haben, sich an die Banken zu wenden.

Italienweit können Lohnausgleichempfänger bei den Banken Vorschüsse in der Höhe von 1400 Euro beantragen. Diese Vorschüsse werden ohne Spesen, Zinsen und Kommissionen gewährt. Südtirol hat aber von Beginn an auch auf ein zusätzliches Instrument zugunsten von Lohnausgleichempfängern gesetzt.

Das Abkommen, das die Landesregierung mit den Südtiroler Banken abgeschlossen hat, sieht Kredite vor, die höhere Beträge und längere Laufzeiten als die Vorschüsse haben. Die Höhe der Kredite kann je nach Situation von 3000 bis zu 10.000 Euro betragen, und die Laufzeit beträgt 5 Jahre. „Dank des Entgegenkommens der Banken nach Absprache mit der Südtiroler Landesregierung fallen auch hierfür für die Kunden in den ersten beiden Jahren keine Zinsen an“, sagt Achammer.

lpa

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