Freitag, 04. Oktober 2019

Neuer Rekord bei den Sommerpraktika

Im Sommer 2019 haben 6586 Jugendliche ein Sommerpraktika absolviert. Das sind um 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Daten kommen von der Arbeitsmarktbeobachtungsselle.

Mehr als ein Drittel der Sommerpraktika wurden im Gastgewerbe absolviert.
Badge Local
Mehr als ein Drittel der Sommerpraktika wurden im Gastgewerbe absolviert. - Foto: © LPA

Ein neuer Rekord: Im Sommer 2019 haben 6586 Jugendliche ein Sommerpraktika absolviert, um 4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Über Sommerpraktika und andere Beschäftigungsformen (meist Lehrverträge) haben so landesweit mehr als 40 Prozent aller Südtiroler Jugendlichen während der Sommermonate eine Arbeitserfahrung gemacht.

Fast 4000 beteiligte Betriebe

Rekordwerte lassen sich auch im Hinblick auf die teilnehmenden Betriebe verzeichnen: Es sind nunmehr 3937 Unternehmen aller Branchen, die jugendliche Praktikantinnen und Praktikanten aufgenommen haben, was einer Zunahme von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Daten hat die Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt in der jüngsten Ausgabe ihres Infoblatts „Arbeitsmarkt News“ veröffentlicht.

Spitzenreiter ist das Gastgewerbe

Mehr als ein Drittel der Sommerpraktika wurden im Gastgewerbe absolviert, ein Viertel im Handel, 15 Prozent im Handwerk und 13 Prozent in der Industrie. Geringer war die Anzahl der Sommerpraktika in der Landwirtschaft und in den anderen Dienstleistungen. Was die Berufsbilder anbelangt, so überwiegen Berufe wie Verkäufer, Büroangestellte und Lagerarbeiter, Kellner, Koch und Barist, im Hand-werk vor allem Elektriker, Maurer, Tischler und Schlosser.



Doch es sind nicht nur die bewährten Bereiche, in denen Jugendliche Praktikumserfahrungen sammeln, sondern auch die vom raschen Wandel gekennzeichneten „neuen Dienstleistungen“ wie die informationstechnischen Berufe. Auch im Sommer 2019 kam der größte Teil der Praktikanten von einer Oberschule (69%), 18 Prozent von einer Berufsschule und 13 Prozent von einer Universität. Dies schlägt sich auch im Alter nieder.

Sommerpraktika sind nur eine Möglichkeit, um Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt zu sammeln. Werden die Sommerarbeits- und die Lehrverträge hinzugezählt, so machen 42 von 100 Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren eine Arbeitserfahrung – je älter, desto eher.

Im Osten mehr als im Westen

Bemerkenswert sind die territorialen Unterschiede: Es sind vor allem die Gemeinden in der östlichen Landeshälfte, in denen eine Arbeitserfahrung im Sommer gemacht wird. Unterdurchschnittlich liegen die Anteile in den Städten Bozen (21%), Leifers (28%) und Meran (29%).

In den ländlichen Gemeinden scheint es für die Jugendlichen leichter zu sein, in den Sommermonaten eine Beschäftigung (hauptsächlich in Form eines Praktikums) zu finden als in den Bezirkszentren oder den Städten. Zum einen kann dies auf die besondere Nähe zur Arbeitswelt und das dichtere informelle Netz für die Stellensuche, zum anderen aber auch auf die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur (höherer Anteil des Gastgewerbes und/oder des Handwerks) zurückzuführen sein.

Städte unterdurchschnittlich

„Damit Jugendliche und die Betriebe von guten Praktikums- und Sommerarbeitserfahrungen profitieren, werden wir auch in Zukunft unterstützende Maßnahmen setzen“, sagt Arbeitslandesrat Philipp Achammer. „Die Sozialpartner haben entsprechende Abkommen abgeschlossen, die Abteilung Arbeit genehmigt die Sommerpraktika innerhalb kürzester Zeit. Ziel ist es, noch mehr Jugendlichen und Betrieben diese Erfahrung bieten zu können. Denn Praktika und Arbeitserfahrungen sind eine Möglichkeit, sich die Fachkräfte der Zukunft zu sichern“, gibt der Arbeitslandesrat die Zielsetzung für die kommenden Jahre vor.

„Die Sommerpraktika und die Sommerarbeitsverträge sind mehr als nur eine Überbrückung der schulfreien Zeit. Wir müssen sie als das begreifen, was sie sind, nämlich eine wichtige arbeits-marktpolitische Maßnahme für Jugendliche und für Betriebe. Junge Menschen können sich in der konkreten Arbeitspraxis erproben, erhalten Einblicke in die reale Berufswelt. Und die Betriebe erfahren, wie die potenziellen Arbeitskräfte der Zukunft ticken. In diesem Sinne sind die zunehmenden Zahlen ein Erfolg“, erläutert der Direktor der Abteilung Arbeit, Stefan Luther.

lpa