Dienstag, 02. Februar 2021

PERFAS: Südtirols Performing Artists schließen sich zusammen

Im Verein der Performing Artists Südtirol formieren sich Südtirols Kreative und wollen sich in einer Zeit der Krise neu aufstellen. „Eine blühende Gesellschaft kann nur in einem blühenden kulturellen Umfeld bestehen“, zeigt sich PERFAS-Präsident Peter Schorn überzeugt.

Am Montagabend ging die offizielle Gründung der PERFAS über die Bühne.
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Am Montagabend ging die offizielle Gründung der PERFAS über die Bühne. - Foto: © Arno Dejaco
Seit Montagabend gibt es die PERFAS (Performing Artists Association South Tyrol), die es sich zum Ziel gesetzt hat, alle beruflichen darstellenden Künstler, Musiker, Techniker und Backstage-Künstler aller Sprachgruppen in Südtirol zu vereinen und zu vertreten.

„Wir vertreten und vereinen damit alle künstlerischen Berufsgruppen, die bisher noch keine Interessensvertretung in Südtirol hatten. Dabei geht es uns besonders darum, eine Verbindung zwischen den Sprachgruppen herzustellen, die Künstler und Künstlerinnen untereinander zu vernetzen und lösungsorientiert zu arbeiten. Mit bereits bestehenden Verbänden sind wir partnerschaftlich verbunden und stehen mit ihnen in engem und konstruktivem Austausch und wechselseitigem Kontakt“, erklärt der frisch gewählte Präsident Peter Schorn.

„Wir sind eine der am schwersten getroffenen Branchen“

Die Gründung der PERFAS war laut Schorn schon sehr lange notwendig und überfällig. Die Coronakrise hat die Performing Artists weltweit hart getroffen und auch in Südtirol überdeutlich gemacht, was die Branche bewegt, welche Probleme akut sind und welche Defizite teilweise auch schon seit längerer Zeit bestehen. Die Krise habe die Probleme der Kreativwirtschaft nur noch stärker zu Tage treten lassen.



„Wir sind eine der am schwersten von der Coronakrise getroffenen Branchen: Europaweit beträgt der Umsatzrückgang bei den darstellenden Künsten minus 90 Prozent und in der Musikbranche minus 76 Prozent. Die Automobilbranche hat beispielsweise nur einen Rückgang von 25 Prozent zu beklagen. Wenn man bedenkt, dass im Kreativsektor etwa 3 Mal so viele Menschen beschäftigt sind, zeigt das, wie wichtig es auch für Südtirols Kreative ist, eine Berufsvertretung zu haben“, so Schorn, der selbst als Schauspieler beruflich tätigt ist.

PERFAS will unter anderem als gewerkschaftliche Vertretung seiner Mitglieder auftreten und sich für deren Interessen und Belange einsetzten. Dazu sagt Präsident Schorn: „Wir sehen uns als Sprachrohr und Schnittstelle zu anderen Institutionen und stehen in kontinuierlichem und engem Dialog mit der Politik.“

Durch konstante Öffentlichkeitsarbeit soll die Sichtbarkeit der Performing Artists in der Gesellschaft erhöht und für deren Leistungen und Belange sensibilisiert werden. Außerdem will der Verein seine Mitglieder in ihrem unternehmerischen Denken und Handeln fördern und die Internationalisierung der Performing Arts in Südtirol vorantreiben.

Struktur aufbauen und Mitglieder gewinnen

„Als erste Schritte gilt es nun unsere Kommunikationsstruktur aufzubauen und Mitglieder zu gewinnen. Dann wollen wir regelmäßig stattfindende Treffen mit der Politik organisieren, um unsere Belange vorzubringen. Das wurde uns bereits vom Landesrat zugesagt. Außerdem wollen wir im Rahmen der auch auf europäischer Ebene geforderten 'Register' die Kriterien definieren, die einen beruflichen Performing Artist überhaupt ausmachen. Auch die Ausarbeitung von Gagentabellen und Tarifuntergrenzen sind in Planung“, verweist Schorn auf die nächsten Schritte des Vereins.

Mitglied können bei PERFAS all jene werden, die beruflich im Bereich Performing Arts aktiv sind. Dazu gehören alle Musiker, Techniker und Darstellenden Künstler, etwa in den Bereichen Bühnenkunst, Schauspiel, Film/TV, Tanz, Kabarett, Figurentheater, Moderation, Voice-Over/Sprecher, Clownerie/Zirkuskunst/Streetart sowie alle Backstage-Berufsbilder wie Regie, Choreographie, Bühnenbild/Szenenbild, Kostümbild, Maske, Dramaturgie.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die deine künstlerische Tätigkeit haupt- oder nebenberuflich ausgeübt wird, oder ob man sich noch in der Ausbildung befindet und eine berufliche künstlerische Tätigkeit anstrebt.

„Künstler haben häufig nicht den Stellenwert, den sie eigentlich haben sollten. Wenn man sieht, wie gespalten unsere Gesellschaft teilweise ist und wie sehr der verbale Umgang miteinander häufig verroht ist – was wollen wir dem entgegensetzen, wenn nicht Kultur? Eine blühende Gesellschaft, eine blühende Wirtschaft und eine blühende Kultur gehen Hand in Hand und bedingen sich gegenseitig“, zeigt sich Schorn überzeugt.

PERFAS will sich vor allem durch eine starke Teamarbeit auszeichnen. An der Spitze des Vereins stehen neben Präsident Peter Schorn auch Vizepräsidentin Sarah Merler (Tänzerin und Kulturmanagerin), Felix Senoner (Geschäftsführer; Musiker und Jurist), Eva Kuen (Sprecherin Darstellende Kunst; Schauspielerin und Regisseurin) und Claus Stecher (Sprecher Technik; Musiker, Techniker und Musikproduzent).

pho

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