Mittwoch, 21. April 2021

„Schnelle Umsetzung des Grünen Passes für mehr Reisefreiheit“

Seit dem Beginn der Pandemie sind geschlossene Grenzen und Reisebeschränkungen in Europa überall gegenwertig und sorgen für Verunsicherung beim grenzüberschreitenden Verkehr. „Um die Reisefreiheit wieder herzustellen, muss der Grüne Pass schnellstmöglich eingeführt werden“, fordert die Handelskammer Bozen.

Durch den Einsatz des Grünen Passes soll die Reisefreiheit innerhalb der EU wieder hergestellt werden.
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Durch den Einsatz des Grünen Passes soll die Reisefreiheit innerhalb der EU wieder hergestellt werden. - Foto: © shutterstock
„Die Reisefreiheit ist ein hohes Gut, welches in der EU lange als Selbstverständlichkeit galt, bis die Pandemie alles auf den Kopf stellte. Seit dem Frühjahr 2020 haben so gut wie alle Staaten in der EU Reisebeschränkungen eingeführt, sehr zum Leidwesen der Personen, die zur Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeiten und aus anderen Gründen verreisen“, erklärt die Handelskammer in einer Aussendung.

Dabei sind die rechtlichen Rahmenbedingungen oft sehr unübersichtlich und ändern sich konstant: Während es zum Beispiel bis vor wenigen Wochen noch eine 14-tägige Quarantäne für Personen gab, die aus Österreich nach Italien einreisen, gilt heute für den Großteil Österreichs nur mehr 5 Tage Quarantäne – mit Ausnahme des Bundeslandes Tirols.

Für Einreisen aus diesem Gebiet gelten nach wie vor 14 Tage Quarantäne bei Rückkehr nach Italien. Berufsreisende sind allerdings unter gewissen Voraussetzungen von der Quarantäne ausgenommen.

„Geschäftsreisen sind derzeit aufgrund der unterschiedlichen Einreisebestimmungen in den einzelnen Ländern sehr aufwendig. In Deutschland hat sogar jedes Bundesland andere Bestimmungen im Bezug auf die Einreise aus Coronavirus-Risikogebieten. Geschäftsreisende sind zwar innerhalb der EU im Wesentlichen von der Quarantänepflicht ausgenommen, zu den Grundvorrausetzungen für eine Reise zählt allerdings ein negativer Covid-Test. Doch ist es nicht einheitlich geregelt, welcher Test benötigt wird, PCR- oder Antigen-Schnelltest und wie alt dieser sein darf. Die Kosten für den Test bleiben dabei an den Unternehmen hängen. Darüber hinaus akzeptieren manche Länder keinen italienischsprachigen Test. Viele Länder verlangen zudem, dass man vor dem Reiseantritt ein digitales Einreiseformular ausfüllt“, beklagt die Handelskammer.

Grüner Pass schafft einheitliche Regeln

Um diesem Durcheinander an nationalen Einreise- und Quarantäneregeln Herr zu werden, sei laut Handelskammer es fundamental, dass der europäische Grüne Pass so schnell wie möglich eingeführt werde: „Dieses Dokument schafft einheitliche und klare Regeln für die ganze EU und erleichtert das Reisen für Personen, die geimpft, genesen oder getestet sind.“

„Durch die Einführung des Grünen Passes erwarten wir uns eine Vereinheitlichung der coronabedingten Reisebestimmungen und eine massive Erleichterung beim Reisen. Prioritäres Ziel muss es sein, die Reisefreiheit im Schengenraum sobald wie möglich wieder vollständig herzustellen. Nur mit einem funktionierenden Austausch von Personen, Waren und Dienstleistungen kann sich die Wirtschaft in Südtirol und der EU wieder erholen“, so Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen: „Die Politik auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene ist gefordert, den Grünen Pass so bald wie möglich umzusetzen.“

Eine Normalisierung bei den Reisebestimmungen sei für viele Wirtschaftszweige in Südtirol eine wichtige Grundvoraussetzung für die Durchführung der eigenen Tätigkeit. Es sei daher wichtig, dass die Reisefreiheit baldmöglichst wieder zum Normalzustand wird. Bis es soweit ist, steht die Handelskammer Bozen den Unternehmen auch weiterhin beratend bei Fragen rund um die coronabedingten Reisbestimmungen zur Seite.

stol