Mittwoch, 13. Januar 2021

Skigebiete in Südtirol öffnen am Montag: „Planungssicherheit gibt es nicht“

Die Skigebiete in Südtirol dürfen am kommenden Montag wieder aufsperren. Klingt nach einer guten Nachricht, doch die Stimmung bei den Betreibern ist durchwachsen. Wie Tourismus-Landesrat Arnold Schuler die Situation für den Wintertourismus einschätzt, erläutert er am Mittwoch im STOL-Interview.

Arnold Schuler.
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Arnold Schuler. - Foto: © DLife
Interview: Verena Stefenelli

STOL: Ab kommenden Montag (18. Jänner) dürfen Skigebiete und Liftbetreiber in Südtirol aufsperren. Wie ist die Stimmung in den einzelnen Skigebieten?
Schuler: Natürlich ist die Stimmung durchwachsen. Die Skigebiete und Liftbetreiber wollen Planungssicherheit und die kann die Politik derzeit natürlich nicht geben.

STOL: Die Öffnung am 18. ist aber fix?

Schuler: Ja, auf jeden Fall. Und wenn es zu einem erneuten Lockdown kommen würde und dann auch die Skigebiete wieder schließen müssten, dann passiert das ja nicht innerhalb der nächsten Tage. Der Termin für die Öffnung steht.

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STOL: Angesichts dieser unsicheren Situation und eines drohenden Lockdowns werden aber nicht alle Skigebiete aufsperren oder vielleicht nur zum Teil?

Schuler: Ja, natürlich kann es sein, dass einige zulassen oder nur einzelne Lifte aufsperren. Jetzt wird sich jeder die Rechnung machen, ob es sich überhaupt lohnt. Fakt ist: Die Skigebiete werden nur Einheimische nutzen können, mit Touristen ist angesichts der Bestimmungen in Italien, Österreich und Deutschland nicht so schnell zu rechnen.

STOL: Corona-Regeln für die Aufstiegsanlagen gibt es schon?
Schuler: Ja, gestern wurde in Rom ein staatliches Protokoll genehmigt, in dem die Kriterien klar definiert sind. Sobald wir es haben, werden wir es an die einzelnen Betreiber weiterleiten.

STOL: Hat Rom die von Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri angekündigten Stützungsmaßnahmen für Wirtschaftssektoren, die von der Krise am stärksten betroffen sind, und für Saisonarbeiter bereits zugesagt?
Schuler: Nein, erst in den kommenden 2 Wochen wird Rom über die genaue Höhe dieses Ristoro-Topfes entscheiden. Je nachdem, welche Summe es sein wird, kann man sehen, wie viel für den Tourismus herausschaut. Die 800 Millionen von denen gestern die Rede war, sind für das gesamte Staatsgebiet gesehen allerdings definitiv zu wenig.

STOL: Kann Rom Südtirol diese Ristoro-Gelder verweigern, weil Südtirol die Skigebiete – im Rahmen des Sonderwegs – öffnet?
Schuler: Dazu kann ich jetzt noch nichts sagen, aber wir werden im Fall der Fälle in Rom intervenieren, sodass das auf keinen Fall passieren wird.

STOL: Wie hoch sind die Einbußen in Südtirol bisher?
Schuler: Wir sind gerade dabei, die genauen Daten zu erheben und können demnächst Zahlen nennen.

vs