<BR />Die schnellste Seeroute von Asien nach Europa führt durch das Rote Meer und den Suezkanal. Ganze 12 Prozent des weltweiten Containerverkehrs führen durch die 163 Kilometer lange Wasserstraße hindurch. Derzeit wird diese für den Welthandel so wichtige Route durch die jemenitischen Huthi-Rebellen gestört. <h3> Was bisher geschah</h3>Seit Oktober greift die Huthi-Miliz immer wieder Frachtschiffe auf ihren Weg durch das Rote Meer bei der Meeresenge Bab al-Mandab zwischen Jemen und der arabischen Halbinsel an. Die Huthis, welche Teile des Jemens kontrollieren, feuerten Rakten und Drohnen auf die Schiffe ab. <BR /><BR />Der Grund für die Angriffe: Die Miliz will sich mit den Hamas solidarisch zeigen und Druck auf Israel ausüben. Die Huthis, welche vom Iran mit Geld und Waffen unterstützt wird, haben erklärt, Schiffe, die in Verbindung mit Israel stehen oder dessen Häfen anlaufen, deswegen anzugreifen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="986095_image" /></div> <BR />In weiterer Folge beschlossen mehrere Reedereien, das Rote Meer und den Suezkanal zu umfahren. Dazu gehören der dänische Reederei-Konzern Maersk, die deutsche Hapag-Lloyd und die weltweit größte Reederei MSC mit Sitz in Genf. <BR /><BR />Die Schiffe der 3 Reedereien müssen nun – statt den kurzen Weg durch das Rote Meer – den gesamten afrikanischen Kontinent umfahren. <h3> Was die konkreten Auswirkungen sind</h3>Die unfreiwillige Umfahrung über das Kap der Guten Hoffnung an der Spitze Südafrikas bringt 2 zentrale Folgen mit sich.<BR /><BR />Zuallererst verzögert sich die Warenzulieferung. Statt wie bisher rund 15.000 Kilometer, ist die Route über die Südspitze Afrikas knappe 22.000 Kilometer lang. So werden aus 19 Tagen knappe 30, die ein Schiff von Singapur nach Westeuropa braucht.<BR /><BR />Die längere Transportdauer hat bereits erste Auswirkungen auf Lieferketten: So erklärte Tesla vergangene Woche, dass aufgrund fehlender Bauteile die Produktion im Werk in Berlin-Brandenburg für 2 Wochen ausgesetzt werden müsse. Auch der Reifenhersteller Michelin muss in 4 spanischen Fabriken für mehrere Tage die Produktion pausieren lassen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63060721_quote" /><BR /><BR />Mehr Kilometer bedeutet folglich auch mehr Kraftstoff, weshalb auch die Frachtraten in die Höhe schnellen würden, erklärt Thomas Baumgartner, Präsident des Südtiroler Speditionsunternehmens Fercam. „Für einen 20-Fuß-Seecontainer ist die Frachtrate seit den Angriffen deutlich gestiegen“, sagt Baumgartner. „Von 1500 bis 2000 Euro sind die Kosten für einen Container auf 6000 bis 7000 Euro gestiegen“. <BR /><BR /> Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd spricht in einer Aussendung von zusätzlichen Kosten von einem „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ im Monat. Obendrein steigen auch die Ausgaben für die Versicherung der Seereise.<BR /><BR />Neben den verzögerten Lieferzeiten und den höheren Kosten könnten mit der Dauer des Konfliktes auch die Transportkapazitäten eine Rolle spielen, warnen die Reedereien. Durch die verlängerten Seereisen bräuchte es mehr Schiffe und mehr Container, um die Transporte abzudecken. <h3> CNA-SHV: „Kleine Unternehmen am stärksten gefährdet“</h3>Der Konflikt am Roten Meer wird nach Ansicht des deutschen Wirtschaftsforschungsinstituts RWI nicht zu einer höheren Inflation führen. Der Grund: Transportkosten würden nur einen geringen Teil der Produktionskosten ausmachen. <BR /><BR />Viel mehr als die Konsumenten, spürten kleine Unternehmen die andauernde Krise im Roten Meer, warnt die Südtiroler Vereinigung der Handwerker und Kleinunternehmen CNA-SHV. <BR /><BR />„Für ein kleines oder mittleres Unternehmen ist es schwierig, die neuen Kosten über die Mengen aufzufangen. Dazu kommen noch Lieferverzögerungen“, sagt Claudio Corrarati, Präsident der CNA-SHV Trentino-Südtirol. <h3> EU plant Marinemission</h3>Diese Woche treffen sich die EU-Außenminister in Brüssel, um über einen möglichen Militäreinsatz im Roten Meer zu diskutieren. Handelsschiffe sollen auf ihrem Weg durch das Rote Meer und den Suezkanal von Kriegsschiffen samt Flugzeugen und Hubschraubern begleitet werden. <BR /><BR />Wie die Mission konkret aussehen soll und wer sich von den EU-Ländern daran beteiligt, steht noch nicht fest. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />