94 Prozent der Dienstleistungsunternehmen erwarten in diesem Jahr eine mindestens zufriedenstellende, oft sogar sehr gute Rentabilität. Dieser Optimismus wird von einem soliden Umsatzwachstum getragen, das sowohl auf den heimischen als auch auf den italienischen und internationalen Märkten spürbar ist. Vor allem größere Unternehmen profitieren von diesem Aufschwung. „Dienstleister sind die treibende Kraft von Südtirols Wirtschaft. Die lokalen Unternehmensdienstleister gestalten Südtirols Standortentwicklung entscheidend mit. Daher ist es notwendig, sie stärker in Wirtschaftsentwicklungsprojekte einzubinden, die Dienstleistungskapazitäten im Territorium zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu erhöhen“, erklärt hds-Präsident Philipp Moser.<h3> „Technologien mit Offenheit begegnen“</h3>Besonders positiv ist die Stimmung in den Bereichen Unternehmensdienstleistungen, freiberufliche, technische und wissenschaftliche Dienstleistungen sowie in der IT- und Telekommunikationsbranche. „Die Unterstützungen zur Stärkung der Digitalisierung bieten einen wichtigen Anreiz. Wir müssen diese positive Zeit nutzen, um uns auf kommende Herausforderungen vorzubereiten“, so Peter Werth, Präsident der Sektion ICT im Unternehmerverband Südtirol. In dieselbe Richtung argumentiert Handelskammer-Präsident Michl Ebner: „Die Verbreitung neuer Technologien, wie etwa der Künstlichen Intelligenz, verändert die Tätigkeiten in vielen Dienstleistungsbereichen. Es ist wichtig, dass die Unternehmen diesen Technologien mit Zuversicht und Offenheit begegnen, um deren Potenzial zu nutzen und so noch wettbewerbsfähiger zu werden.“<BR /><BR />Auch das Kredit- und Versicherungswesen zeigt sich von seiner besten Seite, obwohl die Kreditinstitute einen weiteren Rückgang der Kreditvergabe und eine leichte Verschlechterung der Bonität ihrer Kunden melden – eine Folge der hohen Zinssätze. Es gibt jedoch Hoffnung, dass sich die Lage verbessern könnte: Die jüngste Zinssenkung der Europäischen Zentralbank im Juni könnte im Herbst weiteren Spielraum für Entlastungen schaffen.<BR /><BR />Im Bereich der Transportdienstleistungen gibt es große Unterschiede. Während Betreiber von Aufstiegsanlagen und der Personenverkehr optimistisch in die Zukunft blicken, herrscht im Güterverkehr Zurückhaltung. Die Unternehmen rechnen mit einem Umsatzrückgang und beklagen schwierige Marktbedingungen. Rund ein Fünftel der Frächter befürchtet sogar unbefriedigende Betriebsergebnisse.<h3> „Miteinander, nicht gegeneinander“</h3>Die Rahmenbedingungen sind herausfordernd: Eine unzureichende Straßeninfrastruktur in Italien, strikte Fahrverbote in Nordtirol und Transitprobleme an den Alpenpässen erschweren den Betrieb. Diese Schwierigkeiten, gepaart mit Personalmangel und hohen Dieselpreisen, setzen insbesondere kleine und mittlere Transportunternehmen unter Druck. Alexander Öhler, Obmann der Warentransporteure im lvh, fordert eine bessere Kooperation bei Infrastrukturprojekten: „Es darf nicht auf Kosten der Wirtschaftlichkeit gearbeitet werden. Unser Prinzip muss sein: Miteinander und nicht gegeneinander arbeiten.“<BR /><BR />Juri Galvan, Präsident der CNA-SHV FITA Südtirol, betont ebenfalls die besorgniserregende Situation im Güterverkehr: „Der stockende Verkehr und die hohen Dieselpreise bringen viele Transportunternehmen in Schwierigkeiten.“