Noch ist in den allermeisten Gebieten immer ein Tierarzt zur Stelle, wenn er im Stall gebraucht wird. Daneben gibt es aber bereits jetzt Talschaften in Südtirol, in denen dies zunehmend schwieriger wird. Hinzu kommt, dass aufgrund von Pensionierungen in den nächsten Jahren gar einige Tierärzte wegfallen werden. „Nachdem sich in den vergangenen Jahren wenig getan hat, um der drohenden Unterbesetzung entgegenzuwirken, haben wir beschlossen, die Initiative zu ergreifen“, erklärt Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler. <BR /><BR />Erster Schritt: Über die Anforderungen und die Rahmenbedingungen in Südtirol informieren und für den Beruf des Großtier-Praktikers in Südtirol werben. Großtier-Praktiker werden nämlich gern direkt von der Uni weg abgeworben. Denn sie sind auch in den Nachbarländern Mangelware.<BR /><BR />„Über 40 Südtiroler Studierende der Tiermedizin, vorwiegend von den Universitäten Wien und München, sind gekommen, mit so vielen hatten wir gar nicht gerechnet“, freut sich Tiefenthaler über die Aktion, die man zusammen mit der Tierärztekammer und über Vermittlung der Studierendenvertretung sh.asus organisiert hatte. Und dabei wurde auch schnell klar, was sich die jungen Leute von ihrem Arbeitsplatz erwarten. „Sie wollen natürlich ein gutes Gehalt, aber auch Freizeit und zwar garantierte Freizeit“, berichtet Daniel Gasser, SBB-Landesobmann-Stellvertreter. Ein Rund-um-die-Uhr-Bereitschaftsdienst ist da keine attraktive Option.<BR /><BR /> Das weiß auch Landesrat Arnold Schuler: „Wir hatten erwartet, dass sich im Rahmen der Umstellung auf den Betriebstierarzt Gemeinschaftspraxen entwickeln. Doch leider gibt es nur wenige solche Initiativen“, bedauert er. Eine weitere Frage sei, „wie es uns gelingen kann, Nachwuchs-Tierärzte frühzeitig in das System einzubauen. Das ist nicht ganz einfach, denn noch sind so gut wie alle Stellen abgedeckt“. <BR /><BR />Dass die angehenden Tierärzte Unterstützung beim Einstieg in den Beruf brauchen, war auch bei der SBB-Infoveranstaltung Thema, berichtet Gasser. An die Politik ergeht daher der Appell, Tierärzte finanziell zu unterstützen, die Universitätsabgänger einstellen.<BR />