Donnerstag, 30. Januar 2020

Zukunft der Cent-„Münzelen“ scheint besiegelt

Die 1- und 2-Cent-Münzen sollen EU-weit abgeschafft werden. Die EU will hierfür künftig einheitliche Rundungsregeln vorschlagen. Dadurch würde man die kleinen Cent-Münzen nicht mehr brauchen, was Kosten sparen würde. Italien verzichtet auf das kleinste Kupfergeld eigentlich schon seit 2018. Ausgestorben ist es trotzdem nicht.

Die Zukunft der kleinen Cent-Münzen scheint besiegelt.
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Die Zukunft der kleinen Cent-Münzen scheint besiegelt. - Foto: © shutterstock
Zur Erinnerung: Italien prägt seit dem 1. Jänner 2018 keine 1- und 2-Cent-Münzen mehr und wandte sich als erste große Volkswirtschaft vom „Klimpergeld“ ab. Der Hauptgrund: Die Herstellungskosten überstiegen den Wert, bei der Ein-Cent-Münze beliefen sie sich auf 1,65 Cent.



Mit der Abschaffung der Münzen wurde zugleich gesetzlich festgelegt, dass alle Preise auf den nächsten 5-Cent-Betrag auf- oder abgerundet werden. „Wobei nur der Endbetrag gerundet wird, nicht der Preis von einzelnen Waren. Ein Beispiel: Kaufe ich einen oder mehrere Artikel im Gesamtwert von 10,02 Euro, dann kann dieser Betrag abgerundet werden auf 10 Euro. Kostet mein Einkauf 10,03 Euro, wird aufgerundet auf 10,05 Euro“, sagte Ulrich Euthum, Leiter der Abteilung Zahlungsflüsse bei der Raiffeisen Landesbank, im Gespräch mit den „Dolomiten“.

Diese gesetzliche Regelung greift allerdings nur dann, wenn ein Konsument den vollen Betrag bar bezahlen möchte. Hinfällig wird die Frage, wenn Konsumenten mit Karte bezahlen: Dann wird auf den Cent genau kassiert, ebenso bei Überweisungen.

Ausgestorben sind die kleinen Kupfermünzen trotz Produktionsstopp aber noch lange nicht. Laut Bankfachmann Euthum sind z.B. in Südtirol immer noch viele dieser Münzen im Umlauf wegen dem hohen Touristenaufkommen, vor allem aus Deutschland. „Das dürfte auch so bleiben, bis nicht EU-weit einheitliche Bestimmungen eingeführt werden. Gelingt eine Einigung, dürften die Tage gezählt sein für die Ein- und 2-Centmünzen.“

stol

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