„Und dann habe ich gedacht, mein Leben ist vorbei, das war es jetzt“, erinnert sich Verena Schneider, an dem Moment, als ihr die Ärzte die Diagnose Eierstockkrebs mitteilten. Sie nahm alle Papiere mit, verließ das Krankenhaus und setzte sich in das Auto. „Du kannst dich jetzt nicht gehen lassen. Du hast 3 Kinder. Du musst ruhig bleiben und probieren stark zu sein“, sagte sie zu sich selbst. <h3> „Ich musste für die Familie stark sein“</h3>Heute, 3 Jahre später, sagt sie, dass ihr das gelungen sei. Für Verena Schneider war nämlich das Wichtigste, ihr Leben – so gut es ging – wie vor der Diagnose weiterzuführen. „Ich habe mich geschminkt, schön hergerichtet, Dinge unternommen, die mir Spaß machten.“ Während der Chemotherapie ging sie viel wandern, erledigte weiterhin den Haushalt. „Mein jüngstes Kind ging damals noch in die Volksschule. Ich musste für die Familie stark sein.“ <h3> Eine positive Einstellung half</h3>In dieser Zeit halfen ihr auch Ausflüge mit Freunden. „Ich wollte mich mit Leuten treffen, die mir guttun. Das war für mich wichtig.“ Ein wenig die Situation gerettet habe auch ein kleiner Welpe, der Ablenkung verschaffte und zum treuesten Begleiter wurde, erzählt sie. Und sie habe versucht, eine positive Einstellung zu behalten. <BR /><BR />Dass der Eierstockkrebs bei Verena Schneider in einem frühen Stadium entdeckt wurde, war eigentlich ein Zufall. „Meiner Mutter haben sie die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt. Den Grund konnte sie mir nicht sagen“, berichtet Verena Schneider. Das sei ihr stets im Hinterkopf geblieben. <h3> 10 Tage voller Ungewissheit</h3>Als sie ein Zwicken am rechten Eierstock spürte, war sie sofort beunruhigt. „In der Ersten Hilfe haben sie mich vertröstet, da sei doch nichts.“ Es habe ihr aber keine Ruhe gelassen, also begab sie sich ein zweites Mal in die Notaufnahme. Dort machte dann ein Urologe einen Ultraschall und entdeckte eine Zyste am Eierstock. „Dann ging alles ganz schnell.“ Nach mehreren Untersuchungen wurde eine Operation anberaumt, bei der Eierstöcke und Gebärmutter entfernt wurden. 10 Tage musste Verena Schneider dann auf den histologischen Befund warten. „Das war zach“, blickt sie zurück. 10 Tage voller Ungewissheit. Erst dann wusste sie, was wirklich in ihrem Körper los war. <h3> „Mitleid schenkt keine Kraft“</h3>„Ich fragte den Onkologen, ob ich geheilt werden kann“, schildert die dreifache Mutter. Er war zuversichtlich, auch weil keine Metastasen gefunden worden waren. Dann folgte die Chemotherapie. „Ich spürte keine große Nebenwirkungen. Die Haare sind mir ausgefallen.“ <BR /><BR />Etwa ein halbes Jahr nach Diagnose und Behandlung konnte sie wieder in ihren Beruf zurückkehren. „Keiner hat mich bemitleidet, sie haben mich behandelt wie jeden anderen.“ Das habe ihr sehr geholfen, denn Mitleid schenke keine Kraft. <h3> Manchmal kehrt die Angst zurück</h3>Aus der Erkrankung hat Verena Schneider viel gelernt. „Es ist nicht selbstverständlich, dass man gesund ist“, sagt sie. Vor dem Krebs sei ihr das oft nicht so bewusst gewesen. „Ich sehe jetzt vieles anders. Wenn mich etwas ärgert, bleibe ich viel lockerer als früher.“ <BR /><BR />Manchmal kommt die Angst vor einem Rückfall, der Gedanke: „Hoffentlich geht alles gut, hoffentlich bleibt es so.“ Das versuche sie dann zu verdrängen, denn was nütze es ihr? „Das Leben“, so schließt sie, „kommt, wie es kommt.“ <BR /><BR /><i>* Name von der Redaktion geändert</i>