Denn einerseits weigerte sich die Großmutter, die selbst in einer Sozialwohnung wohnt, Tochter und Enkel aufzunehmen, andererseits fand sich kein Zimmer in einem Hotel oder Pension, um Mutter und Kleinkinder unterzubringen.<h3> 1. Versuch scheiterte im Herbst</h3>Bereits im vergangenen Herbst hatte das Wobi versucht, die Sozialwohnung zu räumen. Damals war die Frau hochschwanger und man musste unverrichteter Dinge abziehen. <BR /><BR />Diesmal war die Zwangsräumung von langer Hand vorbereitet worden. 10 Beamte der Staatspolizei, 2 Stadtpolizisten, 4 Mitarbeiter des Wohnbauinstituts, 2 Beamte des Sozialsprengels Meran, Schlüsseldienst und Ambulanz waren um 8.30 Uhr in der Damiano Chiesa-Straße in Sinich, um die Zwangsräumung vorzunehmen. Aber die Involvierten wussten bereits, dass dies kein leichtes Unterfangen werden würde. Im Vorfeld habe die Polizei versucht mit der Familie zu reden, aber bereits da hätten die Wohnungsbesetzer den Sicherheitskräften zu verstehen gegeben, dass sie nicht ausziehen würden.<BR /><BR />Als die Wohnungsbesetzer die Haustür öffneten, wurde ihnen die Wobi-Räumungsverfügung vorgelesen. Aber diese weigerten sich, die <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/meran-familie-kapert-illegal-eine-wohnung-und-lebt-dort-zum-nulltarif" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">widerrechtlich besetzte Sozialwohnung</a> zu verlassen. Auch die 2 „Alternativ-Angebote“ von Wobi und Sozialsprengel gingen ins Leere. Alternative 1 wäre gewesen, dass das Wobi der Großmutter, die auch in einer Sozialwohnung wohnt, gestattet Tochter und die 3 Enkel – alle 3 unter 6 Jahre alt – bei sich aufnimmt. Aber das habe die Großmutter, die auch beim Zwangsräumungstermin erschienen ist, abgelehnt. Der Versuch des Sozialsprengels Meran vorübergehend ein Zimmer in einem Hotel oder einer Pension zu finden, sei ins Leere gelaufen. Es habe sich kein Beherbergungsbetrieb gefunden. Also wurde gestern der Räumungsversuch nach rund 2 Stunden Verhandelns abgebrochen. <h3> Und wie geht es jetzt weiter?</h3>„Wir werden ein nächstes Räumungsverfahren einleiten“, sagt Willi Palfrader, Direktor des Wohnbauinstituts. Bereits im Oktober als auch im Dezember 2023 hatte das Wobi bei der Staatsanwaltschaft strafrechtliche Eingaben gemacht. „Aber von gerichtlicher Seite gibt es bisher keine Fortschritte“, sagt Direktor Palfrader. <BR /><BR />Detail am Rande: Die Familie hatte seit 2017 immer wieder beim Wobi um eine Sozialwohnung angesucht, 2-mal wurde sie ausgeschlossen und beim letzten Ansuchen hatte die Familie zu wenig Punkte, um eine Wobi-Wohnung zu bekommen. Aber dadurch, dass die Familie nun die Sozialwohnung aufgebrochen hat, ist sie für die kommenden 5 Jahre für Ansuchen ausgeschlossen.<BR /><BR />Und welche Rolle spielt in diesem Fall die Gemeinde Meran? Sollten die Frau und die Kleinkinder die Wohnung verlassen müssen und sie ohne Obdach sein, dann wäre die Gemeinde in der Pflicht ein Obdach zu besorgen.