In den westlichen Industrienationen sind Essstörungen weitverbreitet: Ob Magersucht, Ess-Brech-Sucht oder das Heißhungeressen („Binge Eating“) – der Umgang damit ist oftmals immer noch ein Tabu. In Südtirol ist die Situation nicht anders, wie kürzlich bei einem Info-Abend in der BASIS Schlanders aufgezeigt wurde. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/esstoerungen-problem-ist-groesser-geworden" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Lesen Sie hier mehr dazu.</a><BR /><BR />Was es bedeutet, unter einer Essstörung zu leiden, weiß auch die SVP-Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg. In einem emotionalen Beitrag auf der Social Media-Plattform Facebook schildert sie ihre persönliche Erfahrung mit der Krankheit und ruft dazu auf, Betroffene und deren Umfeld zu unterstützen.<BR /><BR /><b>Hier der Beitrag von Waltraud Deeg im Wortlaut:</b><BR /><BR /><i>„Wenn ein junger Mensch beschließt, nicht mehr essen zu wollen, beginnt sein langsamer Abschied aus dem Leben. Wie es sich anfühlt, kann ich gut nachvollziehen. <BR /><BR />Ich war 15, meine Mutter war gerade gestorben. Mein Vater war ihr 2 Jahre zuvor vorausgegangen und ich war allein und verzweifelt. <BR />In kurzer Zeit bin ich von 68 Kilo auf 37 Kilo zusammengeschmolzen, ein Schatten meiner selbst. <BR /><BR />Therapien und Anlaufstellen gab es im Jahr 1988 in Südtirol noch kaum. Ich wurde vom Arzt auf die Waage gestellt. Mehr essen sollte ich. <BR />Aber eigentlich wollte ich nicht mehr essen, ich wollte mehr laufen, mehr lernen, meinen Schmerz und die Einsamkeit betäuben.<BR /><BR />Irgendwann war ich ganz unten angekommen, habe mich am Tiefpunkt irgendwann doch fürs Leben entschieden und mich ins Leben buchstäblich zurückgekämpft. <BR /><BR />Wir dürfen niemanden mit dieser Krankheit allein lassen, nicht die Betroffenen, nicht ihre Familien und Freunde. <BR /><BR />Früherkennung ist wichtig, ja lebensrettend. Wenn man einen lieben jungen Menschen auf seinem letzten Weg begleitet, so wie gestern, dann zerreißt dich der Schmerz und der Schmerz der Familie. <BR /><BR />Ein achtsames Umfeld ist wesentlich für die Heilung. Schaffen wir gemeinsam dieses Umfeld, es ist so wichtig!“</i><h3> Hier bekommen Sie Hilfe</h3>Wer unter einer Essstörung leidet, kann Hilfe bekommen: In jedem Gesundheitsbezirk in Südtirol gibt es eigene Ambulatorien, an die sich Betroffene wenden können. Informationen dazu bekommt man bei der <a href="https://www.forum-p.it/de/fachstellen/infes-1023.html" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Fachstelle INFES des Forum Prävention</a> telefonisch unter der Nummer 0471 970039 oder per <a href="mailto:info@infes.it" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Email.</a><BR /><BR />