Samstag, 2. Dezember 2023

München steht still: Schnee und Eis legen Bayern lahm

Schier endlose Schneeberge, Räumfahrzeuge im Dauereinsatz, Chaos im Verkehr – ein heftiger Wintereinbruch hat weite Teile Bayerns lahmgelegt. Der starke Schneefall und Glatteis führten zu Unfällen und langen Staus auf den Autobahnen, die Flughäfen München und Memmingen stellten vorübergehend den Flugbetrieb ein. Das Bundesliga-Heimspiel des FC Bayern München gegen den 1. FC Union Berlin am Nachmittag wurde abgesagt.

München versinkt im Schnee. - Foto: © ANSA / ANNA SZILAGYI

Zahlreiche Bahnstrecken rund um München mussten gesperrt werden, in Ulm und in München übernachteten Fahrgäste in Zügen. Spaß hatten dagegen Schlitten- und Skifahrer sowie sogar einige Surfer am Eisbach im Englischen Garten in München.

Foto: © APA/afp / ALEXANDRA BEIER

Flughafen gesperrt

Am Münchner Flughafen ist wegen starker Schneefälle bis Sonntag um 6 Uhr der Flugbetrieb gesperrt. Das teilte ein Flughafen-Sprecher am Samstagvormittag mit. Passagiere wurden gebeten, gar nicht erst anzureisen. Vor Abflügen am Sonntag sollten sich Fluggäste bei ihrer Airline über den Status ihres Fluges informieren, empfahl der Sprecher. Der Winterdienst sei im Einsatz, um wieder einen sicheren Betrieb zu ermöglichen. Der Allgäu Airport in Memmingen stellte wegen der anhaltenden Schneefälle am Samstag ebenfalls den Flugbetrieb ein. Die Sperrung sollte zunächst bis 15 Uhr gelten.

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Ein Lufthansa-Sprecher verwies darauf, dass sich die Sperrung des Flugverkehrs in München auf andere Flughäfen auswirke. Rund 20 Maschinen, die in München hätten landen sollen, seien nach Frankfurt umgeleitet worden, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Vormittag. Auch der Flughafen Nürnberg nahm laut einem Sprecher einzelne Maschinen auf, die München nicht mehr ansteuern konnten.

Starke Beeinträchtigungen im Bahnverkehr

Wer mit der Bahn fährt, muss sich in Süddeutschland bis Montag auf starke Beeinträchtigungen einstellen. Das sagte eine Bahn-Sprecherin am Samstagvormittag. Unter anderem seien Oberleitungen vereist. Der Münchner Hauptbahnhof sei den ganzen Samstag nicht mehr anfahrbar. Die Zugbindung wurde aufgehoben.

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Die Bahn teilte mit: „Alle Fahrgäste, die ihre am 2. und 3. Dezember in Süddeutschland geplante Reise aufgrund des Wintereinbruchs in Süddeutschland verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen.“

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Chaos auf den Straßen

Auf den Straßen im südlichen Bayern gab es zahlreiche Unfälle – bei den meisten blieb es laut Polizei bei Sachschäden. Der starke Schneefall verursachte lange Staus auf den Autobahnen. Auf der A8 in Richtung Salzburg erstrecke sich nahe München ein Stau zeitweise auf 30 Kilometer, sagte eine Sprecherin des ADAC am Samstagvormittag. Auch die A6 und die A9 seien stark betroffen. Der Automobilclub empfahl, vorübergehend auf nicht notwendige Autofahrten zu verzichten und wenn, dann nur mit Winterausrüstung zu fahren.

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Die Polizei von Oberbayern Süd forderte die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben. Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und Räumdienste seien im Dauereinsatz. Viele kleinere Straßen außerhalb von Ortschaften seien stark verschneit oder durch umgestürzte Bäume blockiert.
Umgestürzte Bäume führten in Teilen Bayerns zu Stromausfällen. Betroffen waren viele tausend Haushalte, Serviceteams seien seit der Nacht im Einsatz, um Schäden an Stromleitungen zu beheben und die Stromversorgung wieder herzustellen, hieß es.

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In München blieb am Samstag die Residenz samt Weihnachtsmarkt geschlossen, ebenfalls die Schlösser auf der Herreninsel im Chiemsee sowie Schloss Linderhof in Ettal (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). Nicht betroffen war laut Bayerischer Schlösserverwaltung Schloss Neuschwanstein nahe Füssen im Allgäu. In München blieb auch der Tierpark Hellabrunn geschlossen, die Handwerksmesse ebenfalls. Auch in Straubing und Augsburg blieben Tiergarten beziehungsweise Zoo geschlossen, der ÖPNV ruhte in den beiden Städten vorübergehend. Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) empfahl, Wälder im Süden und Osten Bayerns wegen Schneebruchgefahr zu meiden.

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Dem Deutschen Wetterdienst zufolge werden im Allgäu mit 30 bis 40 Zentimetern bis Samstagnachmittag die höchsten Neuschneemengen erwartet. Nach den schweren Schneefällen an den Alpen werden in der Nacht zu Sonntag etwas weniger Flocken erwartet, wie der Meteorologe Robert Hausen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Samstag mitteilte.

Auch in Österreich sorgte das Schneetreiben am Samstag für große Probleme im Verkehr.

In Südtirol mussten Feuerwehren zu mehreren Einsätzen ausrücken. Die Brennerautobahn musste zeitweise gesperrt werden.

dpa/stol

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