Die Licht- und Soundinstallation „Metamorphic Stream“, die im Außenbereich des Palazzo Donà delle Rose aufgebaut ist, löst Assoziationen an ein aus dem Meer in den Himmel aufsteigendes Meereswesen aus...<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1019346_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Die amorphe, schimmernde Oberfläche der Licht- und Soundinstallation besteht aus einem feinmaschigen Aluminiumgewebe, das mit Hilfe einer RGB-Lichtanlage in den unterschiedlichsten Spektralfarben erstrahlt. Die so entstehenden schillernden Lichtreflexe erinnern an das Phänomen der Biolumineszenz, dem verschiedenfarbigen Leuchten von Meerestieren und insbesondere Tiefseequallen. Dieses Phänomen wird als Überlebens- und Verteidigungsstrategie eingestuft, aber auch als Mittel um Paarungspartner anzuziehen. „Zudem verleiht das beständig verändernde Sonnenlicht der Oberfläche eine wechselnde Erscheinung. Diese metamorphische Verwandlung der Licht- und Soundinstallation wird von einer Komposition aus archetypischen Klängen begleitet, gespielt auf einer doppelköpfigen Gitarre unter Verwendung eines Magneten, das die Saiten zum Schwingen bringt“, so die Künstlerin.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1019349_image" /></div> <BR />Eingeladen wurde Julia Bornefled zur Biennale in Venedig vom Kurator Sandro Orlandi Stagl. „Er kannte meine Werke, hat bereits Texte über mich verfasst und u.a. eine Ausstellung im Museo Diocesano in Vicenza kuratiert. Mit Paul Emmanuel Loga Mahop präsentiert er im Palazzo Donà delle Rose unter dem Titel <TextHBlau>'Nemo propheta in patria'</TextHBlau> eine Gruppe von Künstlern und Künstlerinnen: Jean Michel Dissake, Hako Hankson, Kendji & Ollo Arts, Patrick-Joël Tatcheda Yonkeu, Guy Wouete, Angelo Accardi Cesare Catania, Adélaïde Laurent-Bellue, Franco Mazzucchelli, Rex and Edna Volcan, Giorgio Tentolini, Liu Youju und ich bin eben Teil davon. Das Objekt, das ich präsentiere steht, auch im Bezug zu den Werken zur Ausstellung in der Galerie Antonella Cattani , die derzeit in Bozen läuft (bis 28.4.) und meiner neuen Werkreihe aus dem Jahr 2023. Meine Werke spielen immer wieder thematisch mit Ambivalenzen mit dem Zustand zwischen Schweben und Schwimmen: Leichtigkeit wird schwer, Schwere wird leicht und mit Transformationsprozessen“, erklärt Julia Bornefeld. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1019352_image" /></div> <BR /><BR />In Venedig setzt sie sich mit dem Thema der Metamorphose als Veränderung auseinander, indem sie einen der überlebensfähigsten Organismen darstellt, die die Evolution auf zellulärer Ebene je hervorgebracht hat – die Qualle. „Quallen zählen zu den überlebensfähigsten Organismen, die die Evolution auf Zellebene je hervorgebracht hat. Sie profitieren von der von dem Menschen erzeugten Erwärmung der Erde und der Ozeane und als Folge gerät das maritime Ökosystem in Gefahr. Verantwortlich für die Zerstörung von Ökosystemen ist der Mensch seiner Nichtbeachtung der Koexistenzen – er wird zum gefährlichsten Gegner seiner Selbst.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1019355_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Die Weltmeere sind der größte bisher am wenigsten erforschte Lebensraum unseres Planeten Erde. In den Untiefen der Ozeane herrscht ewige Dunkelheit. Die Fähigkeit von Meerestieren, Quallen Licht zu erzeugen, ist eine Überlebensstrategie, sie dient als Abwehr von Räubern, lockt Paarungspartner als auch Beute an. „Zudem schimmern bei vielen Meerestieren die silbrige Körperflanken, reflektieren Licht, somit sind für einen angreifenden Feind nicht erfassbar. Die Anzahl der Quallen, auch der giftigen Arten ist drastisch in allen Weltmeeren gestiegen. Quallen sind Räuber, Nahrungskonkurrenten von Fischarten und werden einerseits zur rapide ansteigenden Bedrohung des Fischbestandes, andererseits dienen sie zukünftig vermehrt als Mikroplastikfilter, landwirtschaftlicher Dünger, zur Herstellung pharmazeutischer und kosmetischer Produkte. In Asien sind Quallen schon seit langem ein proteinreiches Nahrungsmittel“, sagt die Künstlerin.<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1019358_image" /></div> <BR /><h3> Vita</h3><BR /> Julia Bornefeld stammt aus Kiel und lebt in Bruneck und Berlin. Sie studierte in Kiel and der Fachhochschule für Gestaltung u.a. bei Emilio Vedova in Venedig und an der Akademija Likovna Umjetnost, Ljubljana. Seit 1989 zahlreiche Einzelausstellungen. Sie ist an vielen Kunstprojekten beteiligt. Die Künstlerin, die Malerei, Fotografie, Video, Installation, Objektkunst und stark körperbezogene, performative Werke schafft, wurde mehrfach ausgezeichnet.<BR /><BR /><BR /><Fett>Eröffnung der Biennale:</Fett> 18.4., 17 Uhr, Palazzo Donà delle Rose, Venedig. <BR />Die Biennale dauert bis zum bis 24.11. und ist ab dem 20.4. zugänglich.